Instrumente

Teleskope 50cm RC Teleskop
C14 Teleskop
Refraktor 10cm
Weitere Beobachtungsinstrumente
Kameras Meteorkamera
Kühlkamera
1. CCD Kamera
2. CCD Kamera
3. CCD Kamera
Mintron und Watec
Canon Eos5D
elektronischer DSLR-Sucher
kleine Farbvideokamera
Sonstige Optische Filter
Laser Zentriereinheit
Protuberanzenansatz
Wettersatellitenempfang
Windmaschine in der Sternwarte

Neben einer Kurzbeschreibung vor allem der selbstgebauten Instrumente soll hier auch auf die praktischen Erfahrungen (positive und negative) bei der Nutzung der Geräte eingegangen werden.

Konstruktive Besonderheiten und Details werden in der Rubrik Eigenbau beschrieben.

Erkannte Schwachstellen werden schonungslos offengelegt







Teleskope


50cm RC Teleskop
  • OBild 59KB: 50cm RC-Teleskopptische Daten
    • Optisches System: Ritchey Chretien
    • Effektive Brennweite: 4m
    • Öffnungsverhältnis Gesamtsystem: 1 zu 8
    • Optischer Durchmesser Hauptspiegel: 50cm
    • Systemgenauigkeit (peak to valley im Fokus): λ /10 Wellenfront
    • Hersteller der Optik: LOMO St. Petersburg
  • Mechanische Daten
    • Offener Serrurier-Tubus mit verripptem Tragkasten und angesetzter Spiegelzelle
    • Gabelmontierung mit Speziallagern und Reibradantrieb
    • Konstrukteur: Ing. R. Pressberger 1995, 1996
    • Hersteller: Selbstbau in eigener Werkstatt vor Ort 1996-2000
    • Gleichstrom-Servoantrieb mit Rechnersteuerung nach Dr. Manfred Stoll
Beschreibung:

Der Spiegelsatz besteht aus einem Sital-Hauptspiegel mit 40kg Gewicht, 52cm Außendurchmesser, 8cm Dicke und 15cm Spiegelbohrung. Der Sekundärspiegel aus Quarz hat 19cm Durchmesser und ist 3cm dick. Der Spiegelabstand beträgt 1m. Im Fokus wird 32cm hinter der Oberfläche des Hauptspiegels ein vignettierungsfreies Gesichtfeld von 8cm Durchmesser erreicht.

Mechanisch kommt die "Österreichische Präzisionsmontierung" von Ing. Rudolf Pressberger in ihrer neuesten Version zur Anwendung (Plansatz RR500 "Raben-Rohr" vom 29.06.1995 und 30.07.1996 für unseren Spiegel gezeichnet). Es handelt sich um eine Gabelmontierung aus Stahl, die in ihrer Urversion bereits 1986 in der österreichischen Zeitschrift "Sternbote" erstmals veröffentlicht wurde (Hr. Pressberger hat bereits vor über 20 Jahren das weltweit erste private 1m RC-Teleskop selbst so gebaut). Der Gittertubus nach dem Serrurier-Prinzip ist einschließlich der angesetzten Spiegelzelle mit 9-Punkt-Auflage aus rostfreiem Stahlblech von 1.5mm Stärke hergestellt und vereint enorme Steifigkeit mit geringem Gewicht. Die Gabel ist aus 5mm-Stahlblech geschweißt. Die Anordnung der Hauptlager unterscheidet sich wesentlich von anderen Konstruktionen. Die Lagerung erfolgt mit Speziallagern, welche vom Konstrukteur speziell für den Montierungsbau entwickelt wurden.

Völlig neu ist auch der Reibradantrieb über 2 geschliffene und gehärtete Stahlscheiben von 50cm Durchmesser, welche über weitgehend spielfreie Zwischengetriebe von Gleichstrom-Servomotoren mit angeflanschtem hochauflösenden Winkelgebern angetrieben werden. Die Verwendung der Speziallager erlaubt es, den Schlupf zu minimieren. Die Reibradscheiben und die Zwischengetriebeelemente sind die einzigen mechanischen Teile, die nicht selbst angefertigt wurden.

Die Teleskopsteuerung stammt von Dr. Manfred Stoll. Sie wurde urspünglich zur Steuerung des 1.5m-RC des Figl Observatoriums (astronom. Institut Uni-Wien) entwickelt, erfüllt also professionelle Ansprüche. Sie behandelt die Besonderheiten des Reibradantriebes und ermöglicht eine Modellierung der 6 statischen Aufstellungs- und Achsenfehler durch eine Kalibrierfunktion mit Ausgleichsrechnung. Auch dynamische Komponenten wie Durchbiegung und Refraktion werden berücksichtigt. Die Himmelsobjekte werden vom Rechner fast lautlos, schnell und exakt positioniert. Diese Teleskopsteuerung läuft auf einem eigenen Rechner unter dem Betriebssystem DOS.

Die Steuerung wird neuerdings durch eine Erweiterung mit moderner Bedienoberfläche unter Windows ergänzt. Dabei werden neue Funktionen eingebunden, wie beispielsweise eine Satelliten-Nachführung zur Beobachtung der ISS oder eine Automatik für Sternbedeckungen. Auf diese Weise entsteht derzeit ein Sternwarten-Leitsystem in welches nach und nach auch andere Komponenten wie Fokussierung, Wetterstation, Klimaanlage, Kuppeldrehung und letztlich auch die Steuerung der Fokalinstrumente eingebunden wird. "Robotic-Telescoping" aus der Ferne ist bei diesem Teleskop allerdings nicht geplant, eine Fernsteuerung aus der beheizbaren Astronomenwohnung neben der Sternwarte schon.

Das Instrument befindet sich in einem selbstkonstruierten würfelförmigen " Kuppelbau " mit 2.8m Kantenlänge

Nachteilig wirkt sich ein plötzlicher Warmlufteinfall aus. 500kg Teleskopmasse stellen eine erhebliche Wärmekapazität dar. Das führt zur Kondenswasserbildung bzw. zum Ansetzen von Eisblumen. Wir versuchen eine Erwärmung des Teleskops tagsüber so gut wie möglich zu vermeiden. Neuerdings steht uns zur Temperierung eine speziell angepasste Kuppelklimatisierung zur Verfügung.


C14
  • Optische Daten
    • Optisches System: Schmidt Cassegrain
    • Effektive Brennweite: 3.91m Bild 100kB: das c14 im Betrieb
    • Öffnungsverhältnis Gesamtsystem: 1 zu 11
    • Optischer Durchmesser Hauptspiegel: 35cm Bild 98KB: C14
    • Hersteller: Celestron Baujahr 1987
  • Mechanische Daten
    • Deutsche Montierung aus Stahl mit Achsdurchmessern von 85mm und 70mm
    • Hersteller: Fa. SIDERES, Duisburg, Baujahr 1988
    • Schrittmotorantrieb über Schneckengetriebe, Rutschkupplungen

Beschreibung:

Trotz mancher Unkenrufe von Refraktorliebhabern ist das C14 optisch kein schlechtes Gerät. Wenn man Glück hat und der Spiegel liegt gerade richig, dann kann man auch Planeten ganz toll sehen. Wenn doch nur die mechanische Ausführung besser wäre. Die wackelige Hauptspiegelfokussierung führt (wie bei den meisten SC-Teleskopen) zu einer Spiegelverkippung, welche sich leider nachteilig auf die Zentrierung und somit auf die Abbildungsleistung auswirkt. Wir haben vor, dies in naher Zukunft zu verbessern.

Die Deutsche Montierung bietet im Gegensatz zur Gabelmontierung die Möglichkeit, die Optik zu wechseln bzw. leicht zusätzliche optische Geräte wie z.B. Astrographen befestigen zu können. Das Gerät stellt somit eine Ergänzung zum Hauptinstrument dar. Der Schneckenantrieb hat einen periodischen Fehler von etwa 10 Bogensekunden.

Um allen Instrumenten einen freien Blick zu gewähren, wurde als Schutzbau für das C14 eine kleine Rolldachkonstruktion errichtet.


Refraktor 10cm
  • Optisches System: Vierlinsiger Fluorit Refraktor
  • Effektive Brennweite: 0.5m
  • Öffnungsverhältnis: 1 zu 5 Bild 27kB: Genesis Refraktor
  • Hersteller und Typ: Tele-Vue GENESIS Baujahr 1992

Beschreibung:
Das Gerät wird für Großfeld-Beobachtungen mit Nagler Okularen und für den Protuberanzenansatz benutzt. Es ist als "Super-Sucher" am C14-Tubus befestigt. Trotz der hervorragenden optischen Qualität hat es seine ehemalige Funktion zur Planetenbeobachtung an die leistungsfähigeren Reflektoren abtreten müssen.

Weitere Beobachtungsinstrumente

Kameras

Meteorkamera
  • 3-stufiger Bildverstärker Generation 1, 25cm lang, S1-Photokathode 18mm
  • kathodenseitig Nikon-Bajonett oder 2" Stutzen, Verschlußschieber Bild 28kB: Meteorkamera mit Fish-eyeBild 47kB: Meteorbeobachtung mit Teleobjektiv und Funkübertragung
  • SW-Videokamera anodenseitig via Relaisoptik (f=10mm, 1:1.0) angekoppelt

Beschreibung:
Die Bildverstärker-Videokamera kann mit einem Fisheye-Objektiv von 8mm Brennweite und Blende 1:2.8 verbunden werden. Das ermöglicht einen Erfassungswinkel von 180 Grad. 1993 konnten die Perseiden damit bis zu einer Magnitude von ca. 3.5 registriert werden. Zur teleskopischen Meteorbeobachtung dient ein Objektiv mit 200mm Brennweite und Blende 1:2.0. Bei der Zwischenoptik zu Ankopplung der Videokamera ist nur das Öffnungsverhältnis entscheidend. Die Brennweite beeinflusst lediglich die Baulänge. Wir verwenden bei unserem Eigenbau daher das Objektiv einer 8mm Filmkamera mit 10mm Brennweite und Blende 1:1.0. Leider ist die Bildverstärkerröhre durch Alterung am Bildrand schon relativ unempfindlich.
Verwendung: transportabel auf Holzstativ oder mit 2" Stutzen am Teleskop

Kühlkamera
verbesserte Kochich-Kühlkamera für Kleinbildfilm thermisch isoliert durch 2cm dickes Plexiglasfenster Bild 12kB: Kühlkamera

Beschreibung:
Die Kamera hat eine Peltierkühlung mit sekundärem Wasserkühlkreislauf anstelle der Trockeneispatrone des Orginalmodells. Das einstufige Peltier-element arbeitet mit einem Strom von bis zu 15A. Die Abwärme des Peltierelementes wird von einer Wasserkühlung abgeführt. Bei Verwendung einer Kältemischung ist eine Filmtemperatur von weniger als -30 Grad Celsius möglich. In das abgedichtete Innere der Kamera kann trockenes Inertgas eingefüllt werden. Ein Zerschneiden des Films ist nicht notwendig, er verbleibt in der Patrone. Das Gerät wurde jedoch nur selten verwendet und ist heute durch die CCD-Technik ersetzt. Die mangelnde Planparallelität des dicken Plexiglasfensters führt zu einer Vergrößerung der Sternabbildungen. So nahe am Fokus hält sich der Effekt jedoch in Grenzen und spielt insbesonders für ausgedehnte Deep-Sky-Objekte kaum eine Rolle.

1. CCD Kamera
  • Hersteller und Typ: OES LcCCD11, Dr. F. Fleischmann 1994
  • Kodak KAF400 Grade 1 CCD-Chip 768x512 Pixel mit 9x9μ Pixelgrösse Bild 23kB: CCD-Kamera 1
  • umgebaute Peltierkühlung und selbstgebauter Verschluss

Beschreibung:
Die Kamera wurde mit einem Grade 1 Chip nachgerüstet. Eine Änderung am Gehäuse ermöglicht auch die Verwendung von C­Mount und Nikon-Objektiven. Der selbstgebaute Verschluß wird über die Logiksignale der Kamera angesteuert und hat auch einen Steuerausgang für ein beliebiges Filterrad. Vorerst wird ein manueller selbstgebauter Filterschieber verwendet. Die Verbindung zum Rechner erfolgt mit einer ISA–Steckkarte. Die Software läuft nur unter DOS im "protected mode"

Die vorhandene Temperaturregelung hatte eine zu große Hysterese und mußte ersetzt werden. Das Ausleserauschen ist im Vergleich zur ähnlich leistungsfähigen Kamera HISIS22 etwas zu hoch. Heute wird diese Kamera von uns nicht mehr benutzt. Wir stellen sie aber gerne anderen österreichischen Amateurastronomen inclusive des erforderlichen PC leihweise zur Verfügung.

2. CCD Kamera
  • Hersteller und Typ: Roper Scientific Princeton Instruments Versarray 1300B
  • CCD-Chip: Marconi EEV 36-40 1340x1300 Pixel
  • Peltierkühlung, eingebauter Lüfter Bild 29kB: CCD-Kamera 2 mit Wasserkühlung und Trockenluftzufuhr, angeflanscht am 50cm RCBild 28kB: CCD-Kamera 2 mit Luftkühlung und grossem Montageflansch
  • elektromechanischer Verschluss (umgebaut)

Beschreibung:
unter Astronomen wenig bekannter Kameratyp, der normalerweise im Laborbetrieb (Biologie) eingesetzt wird. Die Steuerung der Kamera mit den üblichen astronomischen Bildverarbeitungsprogrammen ist nicht möglich. Die mitgelieferte Steuerungssoftware ist für Spektrographen und Mikroskope, weniger für astronomische Anwendung geeignet. Die Entwicklung eigener Plug-Ins und damit die Anpassung an astronomische Anwendungen ist jedoch möglich. Die selbstgeschriebene Aufnahmesoftware ist nun für unsere Zwecke optimiert, erledigt nebenbei auch die FITS-Konvertierung und wird künftig auch Filterräder und Fokusmotor steuern. Das proprietäre Rohbildformat kann bei einzelnen Bildern aber auch mit dem mitgelieferten FITS-Konverter umgesetzt werden.

Die handelsüblichen astronomischen Bildverarbeitungsprogramme sind mit der Bildkalibrierung der Rohbilder überfordert. Es scheitert entweder an den fehlenden 32Bit/Pixel/Farbe, an der fehlenden Fringe-Reduktion bzw. an der meist fehlenden Makrosprache. Das ist aber keine Schwäche der Kamera, sondern zeigt nur die mangelhafte Professionalität dieser Softwareprodukte auf.

Die Kamera wird mit Nikon-Bajonett und einem für lange Brennweiten zu kleinen mechanischen Verschluss ausgeliefert, die Folge ist eine Vignettierung in den Bildecken. Die starke Kühlung kann im astronomischen Einsatz nur mit zusätzlichen Maßnahmen zur Trockenhaltung des CCD-Fensters ausgenützt werden (siehe Lufttrockner klein und groß ). Die starke Kühlung wird durch ein erneuerbares Hochvakuum vor dem CCD-Chip erreicht. Ein vom Hersteller lieferbarer größerer Verschluss wurde selbst eingebaut . Bei Außentemperaturen unter -5°C gab es zunächst häufig Probleme mit dem Verschluss. In Zusammenarbeit mit der Lieferfirma konnten die Probleme gelöst werden.

Die guten technischen Daten waren für die Wahl dieser Kamera ausschlaggebend, trotz der notwendigen Adaptierungsarbeiten. Im Gegensatz zu so manchen Amateurprodukten werden die spezifizierten Daten auch eingehalten. Es ist daher nicht verwunderlich, dass inzwischen auch Universitätssternwarten diese Kamera mit dem gleichen CCD nutzen, wie z.B. das Konkoly-Observatorium in Ungarn (an 1m RC-Tekeskop), das National Astronomical Observatory "Rozhen" in Bulgarien (Flüssigstickstoff gekühlte Version an 2m RC-Teleskop) oder das Lulin-Observatorium in Taiwan (Institute of Astronomy, National Central University, verwenden das gleiche Modell wie wir, jedoch an einem 1m-Teleskop). Wir waren in der Lage, dem Lulin-Observatorium Hilfestellung bei der Anwendung der Kamera zu geben, sowohl beim Einsatz eines grösseren Shutters als auch bei der Trocknung des CCD-Fensters. Zu den in Taiwan gefundenen Lösungen siehe hier und hier. Eine Arbeit über Verstärkung und Ausleserauschen der Kamera stammt ebenfalls vom Lulin Observatorium, ebenso wie eine Arbeit zur photometrischen Anwendung. Das Usermanual findet man hier.

3. CCD Kamera
  • Hersteller: Phillips Modell: Webcam "TOU-CAM Pro "
  • versehen mit neuem Gehäuse Bild 55kB: Webcam mit lichtstarkem FilmobjektivBild 64kB: Nun sind alle diese Ojektive verwendbar
  • zusätzlicher C-Mount Objektivanschluss und Stativgewinde ( Eigenbau )

Beschreibung:
Die Kamera benötigt nur eine USB-Verbindung zum Rechner und hat eine vorbildliche Softwareunterstützung vom Hersteller. Für astronomische Anwendung empfehlen wir für Aufnahme und Bildverarbeitung das Freeware-Programm IRIS, da es als einziges FITS unterstützt (Stand 2002). Wir verwenden diese Kamera für kleine helle Objekte wie Planeten, Mondkrater, Sternbedeckungen am Mondrand und Sonnenflecken. Mangels Empfindlichkeit ist diese Webcam selbst am 50cm Teleskop für Deep Sky Aufnahmen vollkommen ungeeignet. Durch einen Umbau auf längere Belichtungszeiten ist das Ding vieleicht gerade noch zur Nachführkorrektur brauchbar und selbst da wird man sich auf hellere Leitsterne beschränken müssen.

Mintron und Watec
Die CCD-Ausrüstung der Sternwarte wurde 2005 um 2 kleine, ungekühlte CCD-Kameras mit Videoausgang ergänzt. Es handelt sich um die bei Amateurastronomen bekannten Typen MINTRON MTV12V1-EX und WATEC 120N. Beide Kameras liefern ein schwarz-weiss-Bild an einem Comosite-Videoausgang und erlauben durch interne Addition von Einzelbildern, Belichtungszeiten von 20 Millisekunden bis zu 2.5 Sekunden (Mintron) bzw. bis zu 10 Sekunden (Watec).

Beschreibung:

Die Mintron ist mit ihrer automatischen Belichtungszeitwahl ideal zum Aufbau einer kleinen astronomischen Himmelsüberwachungskamera. Eine derartige Kamera mit extrem lichtstarker Optik und rechnergesteuerter Positionierung befindet sich zur Zeit in Bau. Die noch etwas empfindlichere Watec ist (mit einer brennweitenverkürzenden Shapley-Linse und einer Filterschublade versehen) recht gut als "elektronisches Okular" brauchbar. Besucher die soeben einige Deep-Sky Objekte visuell im Okular gesehen haben, können anschließend die gleichen Objekte kurzerhand auch am Bildschirm bewundern und so manche Details erkennen, die der ungeübte visuelle Beobachter übersehen hat. Ein kleines H-alpha-Filter in der Filterschublade erschließt zusätzlich diese visuell nicht sichtbare Linie des Spektrums. Auch eine TV-Übertragung aus der Sternwarte ins Haus ist mit der WATEC leicht möglich. Mit Hilfe eines Video-beamers können die Himmelsobjekte so einem größeren Publikum präsentiert werden. Zur Digitalisierung am PC verwenden wir einen Video Frame-Grabber von Pinnacle mit USB Schnittstelle

Canon Eos5D
  • Digitale Spiegelreflexkamera mit CMOS-Bildsensor im Kleinbildformat.
  • Technische Daten findet man auf den Seiten des Herstellers Canon.

Beschreibung: siehe Testbericht

elektronischer Sucher für DSLR-Kameras
  • erfasst das Sucherbild auf der Mattscheibe der Spiegelreflexkamera und projeziert es auf den CCD der Watec-120N.
  • ist im Gegensatz zu Zigview und dem Live-Bild der neuesten DSLR-Generation (stand 2007) auch für Deep-Sky geeignet.
  • wurde selbst entwickelt und gebaut, siehe hier.

Farbvideokamera
  • Ungekühlte kleine Firewire-Farbvideokamera mit C/CS-Mount Objektivanschluss
  • Typ DBK 41AF02.AS von Imaging Source (ohne IR-Sperrfilter)
  • Auflösung maximal 1280x960 bei 15 Bilder/Sekunde
  • 1/2" CCD (und damit deutlich größer als bei der Webcam CCD-Kamera3)
  • Ausgabe in unkoprimierten RAW-Format möglich.

Sie soll dort verwendet werden, wo Videoaufnahmen in Farbe zweckmäßig sind. Neben sehr kurzen Belichtungszeiten sind auch (theoretisch) Belichtungen bis 60 Minuten möglich. Dabei zeigt sie bei längeren Belichtungen sogar wenig Bildrauschen, Hotpixel oder sonstige Artefakte. Die Lichtempfindlichkeit ist jedoch eher bescheiden, verglichen mit Mintron und Watec.


Sonstige



Optische Filter
  • Durchmesser 1 1/4": Hier stehen uns für Okulare die auch bei den meisten anderen Amateuren üblichen Farbfilter sowie ein UHC-Filter, Marke "Lumicon" zur Verfügung. Für Aufnahmen mit den kleinen CCD-Kameras hat wegen mangelhafter Planparallelität ein IR-Cutoff-Filter von "Astronomic" den früher verwendeten Baader IR-Cutoff-Filter ersetzt.
  • Durchmesser 2": Ältere Okularfilter von Lumicon:
    • OIII,
    • "Deep-Sky",
    • H-beta (letzteres noch nie erfolgreich verwendet, falscher Durchlassbereich?)
  • 50mm für zukünftiges Filterrad: Wir verwenden bis jetzt 2 Interferrenzfilter Marke "Astronomic" für unsere CCD-Kamera 2: Ein sehr steiles IR-Cutoff-Filter und ein H-alpha-Filter mit 13nm Durchlassbreite

Beschreibung:

Die Interferrenzfilter der Firma Lumicon sind leider im Infraroten durchlässig und deshalb zur Anwendung mit der CCD-Kamera nur in Kombination mit einem IR-Cutoff Filter brauchbar. Nach etwa 10 Jahren zeigen sie Alterungserscheinungen: Vom Rand her ist eine früher nicht vorhandene Farbveränderung feststellbar.

Die ungefassten 50mm-Filter können in 52mm-Schraubfilterfassungen für Nikon-Kleinbildobjektive eingebaut werden.

Während die Okularfilter mit den Okularen selbst leicht gewechselt werden können, ist ein Wechsel der Filter bei CCD-Aufnahmen gerade mit der CCD-Kamera 2 am 50cm-RC Teleskop nur mit großem Montageaufwand möglich. Aus diesem Grund machen wir derzeit auch keine Farbaufnahmen.

Laser Zentriergerät
  • ermöglicht exakte Zentrierung der 50cm RC-Optik tagsüber
  • Fluchten der optischen Achsen und Kippung beider Spiegel Bild 23kB: Laserzentriergerät Zielscheibe sekundärspiegelseitigBild 21kB: Laserzentriergerät okularseitiger Teil
  • Eigenbau nach Angaben von R. Pressberger

Beschreibung:

Ein RC-Teleskop stellt höhere Anforderungen an die Zentrierung als ein konventioneller Cassegrain. Der Laser ist am Montageflansch des Teleskops spielfrei rotierend befestigt. Durch Mikrometerschrauben kann er gegenüber der Drehachse fein justiert werden. Die Anordnung wird durch eine Art "Zielscheibe" ergänzt, welche zentrisch um den Sekundärspiegel angebracht wird. Der Hauptspiegel wird mechanisch durch einen drehbaren Adapter zentriert, welcher statt der Lasereinheit angesetzt wird. Eine genaue Beschreibung der Konstruktion, Herstellung und Anwendung erfolgt später.

Protuberanzenansatz für den 10cm Refraktor
  • Hersteller: BAADER Planetarium früher 10Å Filter, neuerdings 5Å
  • Eigenbau für Brennweitenverlängerung auf 1m und Okularexzenter Bild 18kB: Protuberanzenansatz mit Exzenter und angesetzter Videoschine

Beschreibung:
Nach dem Umbau kann die jahreszeitliche Einstellung jetzt ohne Wechsel der Kegelblenden durchgeführt werden. Mit dem Ansatz konnten einige schöne Aufnahmen mit der Kleinbildkamera gemacht werden (Technical Pan, 1/1000s). Die Verwendung von Videokameras setzt ein IR- Abschneidefilter voraus. Der Durchlassbereich des 10Å-Filters hat sich nach 5 Jahren durch Alterung leider verschoben und war nach 7 Jahren vollkommen unbrauchbar. Er wurde 2004 durch einen neuen Filter mit 5Å FWHM ersetzt, dessen Lebensdauer laut Herrn Thomas Baader mindestens 10 Jahre betragen soll.

Wettersatelliten-Empfangsanlage
Hersteller: GRUNDIG Empfang der analogen halbstündlichen Wetterbilder von METEOSAT

Beschreibung:
Die heute nicht mehr lieferbare Anlage zeigt die Wolkenentwicklung der letzten 3 Stunden in einem kleinen Film auf einem TV-Monitor. Laut EUMETSAT wird der frei empfangbare Analogkanal noch mindestens bis einschließlich 2003 bedient (funktioniert auch 2004 noch einwandfrei). Die Bilder im infraroten Spektralbereich (Bildtyp D2) werden 24 Stunden pro Tag gesendet. Im visuellen Spektralbereich (Bildtyp C03) sind die Bilder nur bei hohem Sonnenstand verwendbar. Im Sommerhalbjahr ist mit einiger Übung sehr gut eine Beobachtungsplanung der nächsten Stunden möglich. Im Winter sind dünnere, hochnebelartige Bewölkungssituationen nicht erkennbar. Markante Luftmassengrenzen, Föhn, sogenanntes "Rückseitenwetter" und die Auflösung von Wolken durch ein herannahendes Hochdruckgebiet sind auch im Winterhalbjahr schön zu sehen.

Ergänzung Juli 2006:

EUMETSAT hat den unverschlüsselten Analogkanal der Meteosat-Satelliten Mitte Juni 2006 wirklich abgeschaltet. Unsere Meteosat-Empfangsanlage ist somit arbeitslos geworden (immerhin hat sie etwa 10 Jahre lang funktioniert). Wie nicht anders zu erwarten war, sind damit auch die Internetdienste eingestellt, welche halbstündlich das Infrarotbild D2 und das Bild im visuellen Spektralbereich C03 angeboten haben. Jetzt werden von Meteosat zwar viertelstündliche Bilder gesendet, diese sind jedoch digital verschlüsselt und nicht mehr ohne laufenden Einwurf kleiner Münzen sichtbar zu machen. Es entspricht unserem kommerzialisierten Zeitgeist für alles und jedes Geld zu verlangen anstatt großzügig (und auch Werbeträchtig) etwas für die Allgemeinheit gratis zur Verfügung zu stellen.

Windmaschine
Bild 50 kB: Ventilator Anwendung zum trocknen des FussbodensBild 50 kB: Ventilator für den KuppelraumBild 50 kB: Ventilator für den Kuppelraumgrosser Ventilator zur schnellen Belüftung des Kuppelraumes

  • Flügelrad-Durchmesser: 45cm
  • Leistung: 100W
  • Hersteller: Elta
  • Beschreibung:
    Der Ventilator mit niedrigem stabilen Standfuß ist kostengünstig erhältlich. Er kann in einer waagrechten Achse nach oben geschwenkt werden. Die Drehzahl ist in mehreren Stufen wählbar. Wenn unsere Kuppelklimaanlage in Betrieb ist um die Erwärmung in der Sternwarte am Tag zu unterbinden, dann sorgt der Ventilator für eine gleichmäßige Temperaturverteilung in der Kuppel. Er bläst die von der Klimaanlage abgekühlte Luft mit der Tendenz sich am Boden zu sammeln, einfach zum Teleskop hoch. Kommt hingegen die Klimaanlage aus Energiespargründen nicht zum Einsatz, dann wird ständig die Aussentemperatur mit der Innentemperatur in der Kuppel verglichen. Sobald die Aussentemperatur gegen Abend unter die Innentemperatur gefallen ist, wird die Tür und der Beobachtungsspalt geöffnet und der Ventilator bläst kräftig die nun kühlere Aussenluft ins Innere des Raumes. Auch wenn sich das Innere des Kuppelraumes tagsüber stärker erwärmt hat, kann innerhalb von ein bis 2 Stunden ein Gleichstand mit der Aussentemperatur erreicht werden.

    Der Ventilator unterstützt auch die Hauptspiegelbelüftung wenn es darum geht, einen tagsüber zu stark erwärmten Hauptspiegel vor Beginn der Beobachtung abzukühlen. In diesem Fall wird er auf die Ansaugöffnungen der vier Hauptspiegellüfter gerichtet um dem Teleskop kühle Aussenluft oder die von der Klimaanlage abgekühlte Luft unmittelbar zuzuführen.

    Diese Vorgangsweise ist eine weitere Massnahme zur Vermeidung von Kuppelseeing.

    Eine andere Anwendung ist mitunter erst nach einer nächtlichen Beobachtung zweckmäßig, nämlich beim Auftreten von Kondensation an den massiven Metallteilen der Montierung. Wenn sich das Teleskop in der Nacht stark abgekühlt hat und am warmen Tag darauf weder die Klimaanlage im Entfeuchtungsbetrieb noch eine elektrische Heizung als Maßnahme gegen die Bildung von Kondenswasser zur Anwendung kommt, dann muss der Ventilator das Teleskop trocknen. Immerhin ist diese Methode energiesparender wie Klimaanlage und Heizung, doch kommt es wie bei letzterer zu einer, für die nächste Beobachtungsnacht unerwünschten Erwärmung des Teleskops.

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