Wenn man sich in der Literatur und auch im Internet umschaut, dann hat es den Anschein als ob sich bei den Amateurastronomen der Selbstbau von Instrumenten (neudeutsch auch ATM genannt) in den letzten 50 Jahren kaum weiterentwickelt hat. Es werden zwar heute größere Geräte gebaut als vor 50 Jahren und es ist so mancher elektronische Schnickschnack hinzugekommen, aber im Grunde genommen kommen noch immer dieselben alten und vermeintlich bewährten Konstruktionen zur Anwendung. Dabei ist es doch so einfach, wenn man ein größeres Teleskop und den dazugehörigen Schutzbau selbst herstellen möchte: Nicht kleine Amateurgeräte größer bauen, sondern große, moderne, professionelle Teleskope kleiner bauen und immer auf die Referenzen schauen. Wenn man diese Regel befolgt, wird man bemerken, dass die typischen Fragen wie "Reflektor oder Refraktor" , "offener oder geschlossener Tubus" sowie "Deutsche Montierung oder Gabelmontierung" längst beantwortet sind. Was nun die Referenzen betrifft, so zählt nicht nur das Teleskop in einer Profi-Sternwarte an sich, sondern auch das damit erzielte Ergebnis. Eigenwillige aber leider nur eingeschränkt nutzbare Fehlkonstruktionen zeichnen sich durch einen Mangel an Ergebnissen aus. Gute Teleskope funktionieren hingegen sofort nach ihrer Inbetriebnahme. Ein weiteres Indiz ist der wiederholte erfolgreiche Nachbau einer neuen Konstruktion. Dann handelt es sich offensichtlich um eine bewährte Sache und nicht nur um blutiges Prototyping. Also: "erst schauen, dann bauen"
Manche Leser dieser Zeilen denken jetzt an schwere Montierungen mit riesigen Schneckenrädern und Lagerelementen, aufwenige Antriebs- und Steuerungstechnik, schwer herzustellende optische Tuben aus Kohlefaser-Verbundwerkstoffen (Carbon hat in einer Sternwarte kaum Vorteile), große Sternwartenkuppeln... und sie werden jetzt einwenden "das kann ich privat nicht finanzieren". Mit der richtigen Konstruktion kommt man jedoch ohne teure Werkstoffe und Bauelemente aus und man kann es viel leichter selber bauen. Ein kompaktes Teleskop bester Qualität mit excellenter Nachführung und Positionierung für einen kleinen Schutzbau. Wir selbst haben das hier bewiesen. Wir sind keine Großverdiener und haben auch keine Sponsoren.
| 1996-2000: Bau des 50cm RC Teleskops (in Fortsetzungen) | ||||||||||||||
Hier soll in erster Linie über den Selbstbau informiert werden. Nebenbei werden aber auch die Vorzüge der Konstruktion erläutert. Eine Zusammenfassung der technischen Daten ist unter Instrumente zu finden. Bezüglich der Konstruktionspläne sei auf das astronomische Büro verwiesen, einen Hinweis dazu findet man auch unter Historisches . Wir machen darauf aufmerksam, dass zur Wahrung des Urheberrechtes des Konstrukteurs Ing. Rudolf Pressberger (bzw. dessen Nachfahren) die Nutzung der Konstruktion nur für nichtkommerzielle Zwecke gestattet ist. Das gleiche gilt für die Teleskopsteuerung mittels PC nach Dr. Manfred Stoll . Wir können zwar keine genaue "Bauanleitung" liefern, wollen aber doch versuchen, die Herstellung zu beschreiben und die dazu erforderlichen Werkzeuge anzugeben. Zahlreiche beim Bau entstandene Photos werden auch visuell einen Eindruck vermitteln und sollen zeigen, dass der Bau wirklich professioneller Teleskope keine Hexerei ist. Auf Grund des Umfangs der Information werden wir das Thema in der Art eines "Fortsetzungsromans" abhandeln. Die einzelnen Teile werden in *.PDF-Files beschrieben. Zum Lesen ist die Installation des Adobe Acrobat Readers ab 4.0 auf Ihrem Rechner notwendig. Zu Beginn gebe ich hier eine Auflistung der einzelnen Kapitel, so wie ich mir das vorstelle: Vorteile der Konstruktion und Voraussetzungen zum Bau
Mechanischer Teil
Elektrischer Teil
Falls Sie den Bau eines stationären Teleskops in Erwägung ziehen, dann vergessen Sie am Besten alles was Sie früher über den Selbstbau von Teleskopen gehört oder gelesen haben. Nicht weil das alles falsch war aber vieles ist doch überholt, gerade so manch liebgewonnene Vorstellung über die Konstruktion von Teleskopen. Das Bessere ist nun mal der Feind des Guten und das Teuerste ist nicht zwangsläufig auch das Beste. Beratung:
Der bekannte Wiener Amateurastronom, Astrokinematograph und SuW-Autor Herbert Csadek hat den "offiziellen Film", einen 3-teiligen Super8-Film über den Bau unseres Teleskops gedreht. Sein Film war schon bei verschiedenen astronomischen Veranstaltungen in Österreich und auch im Ausland zu sehen Der Film wurde 2008 neu digitalisiert und steht nun in höherer Auflösung und bester Qualität zur Verfügung. Ein informativer Nachspann wurde angefügt. Wir präsentieren diesen Stummfilm mit einer Länge von 70 Minuten hier nun exclusiv als 450MB-grosse Datei im Windows-Media-Format zum download an. Erläuterungen sind in Form von Untertiteln eingefügt. Eine Version im DVD-Format kann angefordert werden. Und jetzt Film ab |
| 2007: neue ÖPFM-Teleskopbauprojekte nach Pressberger in Österreich | ||||||||||||||||||||||||||||||
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Herr Erich Kowald hat sich in der Nähe von Markt Hartmannsdorf in der Steiermark eine ausgesprochen edle Sternwarte selbst errichtet. Die Privatsternwarte Posiberg ist ein 2-geschossiger Baukörper in massiver Bauweise, gut isoliert und weiss verputzt mit ebenerdigem Kontrollraum und inovativer zylindrischer Holzkuppel (Blechverkleidet und nach eigener Konstruktion gefertigt). Die etwa 4m grosse Kuppel kann schon einen dicken Cassegrain aufnehmen. Sie ist momentan provisorisch mit einem 10" SC-Teleskop bestückt.
Bevor er jedoch an die Fertigung seines eigenen Teleskops herangegangen ist, hat er für Vereinskollegen des lokalen astronomischen Vereins Astroclub Auersbach bereits 2 Gabelmontierungen für deren private 40cm-Newtons angefertigt. Dabei ist er von Rudolf Pressberger's Plänen von unserem 50cm-RC ausgegangen, hat die Gabelarme etwas verlängert und die Gabelweite dem vorhandenen Gittertubus der Newtons angepasst. Reibradantrieb sowie Lagerung von Tubus und Gabel sind dabei orginal ÖPFM. Während die Erste dieser beiden Montierungen noch mit einem etwas eigenwilligen Getriebemotor mit Riemenantrieb ausgerüstet wurde, hat die Zweite Montierung in beiden Achsen nun auch die selbstgebaute orginal-Getriebeeinheit nach ÖPFM bekommen. Die folgenden Bilder geben einen Eindruck von diesem zweiten Teleskop:
Dabei hat Erich die Konstruktion im Detail folgendermassen weiterentwickelt:
An Stelle der Servomotor-Encodereinheit in Verbindung mit der Stoll'schen Teleskopsteuerung bei unserem Teleskop, kommen in der Steiermark kräftige Schrittmotoren zum Einsatz (siehe Bild 4 und 6). Sie werden von einer konventionellen Koch FS2-Steuerung im Mikroschrittbetrieb angetrieben. Weiters hat Erich Kowald eine einfach realisierbare Methode zur Justage des Reibradantriebes entwickelt. Zusammen mit unserem Verfahren (es beruht auf einer Idee von M. Stoll und ist in unseren Baubeschreibungen zwar erwähnt aber nicht beschrieben) gibt es jetzt 2 Möglichkeiten zur Reibrad-Justage. Die beim Bau gewonnenen Erfahrungen kommen Erich Kowald nun für sein eigenes Teleskop zugute. Sebstverständlich wird das kein Newton sondern schon ein richtiger 50cm Cassegrain, wie sich das für eine professionell gebaute Sternwarte auch gehört. Mit soviel Übung beim ÖPFM-Teleskopbau hat Erich in seiner eigenen, übrigens toll eingerichteten Werkstatt vor Ort seine Teleskop-Gabel in Rekordzeit herstellen können. Sie ist bereits im Rohbau zu bewundern. Im Gegensatz zu den Teleskopen seiner beiden Kollegen im Verein, beabsichtigt er auch den optischen Tubus ganz nach ÖPFM zu fertigen. Dieses Teleskop wird also ein reinrassiger ÖPFM, in Bauart und Größe vergleichbar mit dem Teleskop der Kepler-Sternwarte in Linz und unserem Teleskop. Deswegen hat Erich im Juni 2007 der Sternwarte Harpoint einen Besuch abgestattet. So konnte er sein zukünftiges Teleskop einmal in voller Größe in Natura sehen und nicht nur am Bildschirm als selbstgezeichnete 3D-Animation im CAD-Programm. Auch beim Tubus gibt es Spezialitäten. So ist die Spinne mit dem Sekundärspiegel auswechselbar konzipiert, um sie später leicht gegen eine Primärfokuskamera austauschen zu können. Abschliessend zeigen wir 3 Ansichten von Erichs Zeichnung der ÖPFM-Sekundärspiegeleinheit. Es handelt sich um Screenshots seiner detailreichen Cad-Darstellung, aus unterschiedlichem Blickwinkel gesehen (copyright Erich Kowald):
Den Unterschied zwischen Abbildung a und b erkennt man nur an den bunten Pfeilen der Koordinatenrichtungen (etwa in Bildmitte). Das liegt an der Symmetrie der Konstruktion. Das Auge des Betrachters findet 2 Lösungen zur Interpretation von Vordergrund und Hintergrund. Zum Einen erscheint die weiss dargestellte Sekundärspiegelzelle im Vordergrund zu stehen. Die zweite Lösung der Gestaltwahrnehmung erkennt die grün gezeichnete Fokusgetriebeeinheit als dem Betrachter zugewendet. Wer sich die Bilder vom Bau unseres eigenen Teleskops in der Galerie genau angesehen hat, erkennt weiters die Biegebleche der absolut shifting-freien Fokussierung, die Justagevorrichtung für den Sekundärspiegel und die doppelten Schleppzeiger für die Endschalter der Fokusgetriebeeinheit (bei unserem eigenen Teleskop gibt es nur einen Schleppzeiger). Die Spiderbleche sind in der Zeichnung abstehend dargestellt. Wir konnten es so einrichten, dass auch ein weiterer Interessent an der ÖPFM-Konstruktion, Herr Wolfgang (Howdii) Howurek und sein Konstrukteur Armin zum gleichen Termin in Harpoint weilten. So kam schon eine hochrangige Expertenrunde in Sachen ATM zusammen, Leute die verstanden haben warum die Konstruktion von R. Pressberger so gut funktioniert und bereit sind zur Tat zu schreiten.
Howdii hat sich auf die Herstellung großer Dobson-Teleskope spezialisiert. Er plant für seine eigenwillig aber zweckmäßig konstruierte Klappdach-Sternwarte in Mistelbach (Niederösterreich) die Aufstellung eines 40cm-Cassegrain. Auch dieses Gerät könnte später einmal von einer ÖPFM-Montierung bewegt werden. Für den Tubus ist derzeit ein geschlossener Rohrtubus geplant. Vorläufig wird jedoch seine vorhandene deutsche Montierung zum Einsatz kommen. Als weiteren Besucher konnten wir Herrn Hannes Schmidt, Obmann des Vereins Astroclub Auersbach bei uns begrüßen. Er hat auf den Seiten des Vereins einen netten Besuchsbericht verfasst. Einige Wochen später konnte ich, gemeinsam mit Howdii einen Gegenbesuch bei Erich in der Steiermark abstatten. Die hier gezeigten Bilder sind dabei entstanden. Wir wünschen den neuen ÖPFM-Teleskopbauern viel Erfolg bei der praktischen Umsetzung und hoffen, dass wir an dieser Stelle bald weiteres berichten können. Damit wird es in Österreich bald 12 Sternwarten-Teleskope geben, die ganz oder großteils nach Pressberger konstruiert sind. Nachmachen Leute, nachmachen! Es kratzt vieleicht am eigenen Ego wenn man eine Sache nur nachbaut. Es ist aber allemal zweckmäßiger als mit großem Aufwand eine ganz andere Konstruktion zu verwirklichen, die zwar (wie man hierzulande sagt) "am eigenen Mist gewachsen ist", aber leider doch nicht so funktioniert wie gedacht. Für eigene Innovationen rund um Pressberger's Konstruktion gibt es (siehe oben) noch genügend Gestaltungsspielraum. Jene Zeitgenossen aber die nur das glauben was in dicken Lehrbüchern geschrieben steht, die sollen ruhig bei ihrem Lehrbuchwissen bleiben. Selbst wenn sie modernstes Material verwenden (Kohlefaser-Verbundwerkstoffe), teuerste Wälzlager und aufwendige Techniken bei der Herstellung zum Einsatz kommen: Sie sollten sich trotzdem nicht wundern, wenn sich später beim praktischen Einsatz ihres Teleskops herausstellt, dass damit nicht einmal annähernd die universelle Leistungsfähigkeit eines ÖPFM-Gerätes erreichbar ist. |
| 2009: Neues vom Teleskopbau in der Steiermark |
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Erich Kowald baut in der Sterermark erfolgreich an seinem 50cm-Cassegrain weiter. Nach der Teleskopgabel ist nun der optische Tubus im "Rohbau" fertiggestellt. Das gesamte Teleskop wird nach jenen Plänen gebaut, die Rudolf Pressberger genau für unseren Teleskopspiegelsatz gezeichnet hat. Seine Optik benötigt jedoch einen anderen Abstand zwischen den beiden Spiegeln. Trotzdem konnte er die vom Rudi für unser Teleskop gefertigte Abstands- und Zentrierlehre verwenden. Den Unterschied hat er mit Hilfe eines Adapters ausgeglichen, welcher in einer Aufspannung auf der Drehmaschine hergestellt wurde. Die folgenden Bilder zeigen von links nach rechts und von oben nach unten:
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| 2006: Windows-Bedienoberfläche zur Steuerung des 50cm-RC |
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Als notorischer Selbstbauer kann man ja nicht nur mit Blaumann in der Werkstatt tätig werden. Auch auf der Sitzecke im Wohnzimmer mit dem Notebook am Couchtisch ist Basteln möglich, neben Homepage-Basteln das Software-Basteln. Wir haben schon mehrmals kleinere Softwareprojekte hier vorgestellt (siehe a, b, c, d, e, f, g, h) oder zumindest erwähnt (Ansteuerung unserer CCD-Kamera2). Nun kommt gar ein grösserer Brocken hinzu. Es geht um die Steuerung unseres 50cm RC-Teleskops. Diese erfolgt seit jeher mit der Hard- und Software von Dr. Manfred Stoll und läuft auf einem 486-PC (letzterer entspricht dem technischen Stand Anfang der neunziger Jahre) unter dem uralten Betriebssystem DOS. Jetzt werden sich so manche Leser die Frage stellen, warum wir nicht schon längst für ein so großes, hochwertiges Teleskop etwas Moderneres verwenden. Da gibt es doch so viele schöne GoTo-Steuerungen zu kaufen, die an beliebige Teleskope angepasst werden können. Weiters gibt es bekannte Selbstbaulösungen, beispielsweise von Mel Bartels. Nun ja, ich habe mir die alle im Internet angesehen und sogar Vergleiche mit den high-end Produkten angestellt die nur zusammen mit den teuersten Montierungen verwendbar sind, die für Amateurastronomen angeboten werden. Ich bin immer noch der bescheidenen Meinung, dass es zumindest bei stationär montierten Teleskopen und dem Geldbeutel der Amateure bis heute (Stand 2009) kaum etwas besseres gibt als unsere alte Teleskopsteuerung, Tatsache! Das ist eigentlich auch kein Wunder, denn die Stoll'sche Teleskopsteuerung kommt nun einmal aus dem Profi-Lager. Sie wurde ursprünglich auf einem Prozessrechner für den 1.5m Zeiss-RC des Figl-Observatoriums auf dem Schöpfl in Niederösterreich entwickelt (Universität Wien) und war eine der ersten, wirklich gut funktionierenden Prozessrechnersteuerungen für Großteleskope in Mitteleuropa. Da kann man sich schon vorstellen, dass selbst die damals zugrunde gelegten Standards doch etwas anspruchsvoller waren als das, was der Hobbyastronom heute erwarten kann und deswegen werden die Leistungen nach wie vor von den Teleskopsteuerungen für Amateurteleskope kaum erreicht. Vorrausgesetzt man hat auch ein Teleskop, das seitens seiner Mechanik dieser Steuerung überhaupt würdig ist. Soviel zur Vorgeschichte. Näheres zur Teleskopsteuerung von Dr. Manfred Stoll hier. Wir haben jetzt selbst einen Weg gefunden, die DOS-Grenzen der Software zu sprengen und unser Teleskop von einem PC aus zu steuern, der dem heutigen Stand der Technik entspricht. Ein Windows-Programm, das nicht als Alternative zur bisher verwendeten Steuerung fungiert, sondern mit der Teleskopsteuerung von Dr. Stoll zusammenarbeitet. Alle Vorteile der alten Teleskopsteuerung bleiben somit erhalten. Auf der anderen Seite stehen uns dadurch auf einmal alle Schnittstellen offen, die die heutige Informationstechnologie so bietet. Ohne auf Details einzugehen, zeigen wir hier den Screenshot einer einzelnen, zentralen Bedienmaske des neuen Programms. Diejenigen die sich fest entschlossen haben unser Teleskop nachzubauen (oder bereits ein solches Teleskop mit der Steuerung von Herrn Stoll verwenden), Die bis jetzt implementierten Funktionen stellen ein weiteres Mosaiksteinchen auf dem Weg zum umfassenden Sternwarten-Leitsystem dar, welches wir speziell für unsere Sternwarte Steinchen für Steinchen zusammensetzen werden. Wir nehmen dabei ganz bewusst keine Rücksicht auf die ASCOM-Initiative. |
| Rechnergesteuerte Sekundärspiegelfokussierung |
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| Teleskopsteuerung: Sternbedeckungen automatisiert beobachten |
Die Berechnung von Sternbedeckungen durch den Mond unter Berücksichtigung der topozentrischen Koordinaten des Beobachters ist in der Literatur hinreichend gut beschrieben. Damit fällt es nicht schwer selbst ein Programm für diese Aufgabe zu programmieren. Der Leser wird sich jetzt fragen, wozu das gut sein soll. Da gibt es doch genügend Planetariumsprogramme die das können. Nun haben die auch eine Schnittstelle zur Automatisierung einer Teleskopsteuerung? Offensichtlich nicht. Das eigene Tool kommuniziert jetzt über eine Fileschnittstelle laufend selbstständig mit unserem Sternwarten-Leitsystem. Jetzt steht einer automatisierten Beobachtung von Sternbedeckungen nichts mehr im Wege. Zwischendurch kann man ruhig andere Objekte beobachten, der akustische CountDown via Sprachausgabe verhindert, dass man ein Ereignis versäumt. Wenn sich der Mond durch eine sternreiche Gegend bewegt, dann kommen beobachtbare Sternbedeckungen mitunter im Takt weniger Minuten. Für diesen Fall ist die Goto-Automatik vorgesehen. So bekommt man Sternbedeckungen der Reihe nach von der Teleskopsteuerung regelrecht vorgeführt und hört genau, wann man gespannt durchs Okular blicken muss. Für die nächste Plejadenbedeckung sind wir gerüstet.Am Screenshot kann man erkennen, dass auf die berechneten Sternbedeckungen verschiedene Auswahlkriterien anwendbar sind (Horizonthöhe, Magnitude und Art der Bedeckung). Literatur:
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| 2007-2008: Teleskopsteuerung: Satellitennachführung |
![]() Durch eine Erweiterung unseres Sternwarten-Leitsystems können wir nun Satelliten mit bekannten Bahnelementen im großen Teleskop rechnergesteuert nachführen. Die Abweichungen zwischen der tatsächlichen Satellitenbahn und der via Bahnberechnung vorhergesagten Bahn werden derzeit durch manuelles Guiding ausgeglichen. Im Gegensatz zu anderen Kollegen mit ähnlichen Projekten arbeiten wir zur Zeit (2008) ohne Leitrohr. Die Nachführkorrektur erfolgt an der Kamera mit der die Bilder aufgenommen werden. Dadurch ist die Beobachtung der ISS sorgar tagsüber möglich.Details zu den angewendeten Verfahren und der Schnittstelle zwischen dem Leitsystem und der Teleskopsteuerung werden wir später veröffentlichen. Wir haben jedoch unter Beobachtung zwei Fachartikel verfasst, welche die grundsätzlichen Methoden zur Beobachtung von Satelliten mit Teleskopen beschreiben. Von den erreichten Ergebnissen kann sich der Leser durch Ansehen unserer Galerie überzeugen. |
| Aktive Hauptspiegelbelüftung am großen Teleskop |
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Eine weitere Massnahme im Rahmen des Projekts "Kuppelklimatisierung" betrifft die aktive Belüftung des Hauptspiegels. Unser 40kG schwerer Hauptspiegel aus Astro-Sital hat eine hohe Wärmekapazität. Dieser Umstand verzögert den Temperaturausgleich mit der Umgebungstemperatur bei raschem Temperaturwechsel am Abend oder Morgen. Obwohl es dabei (im Gegensatz zu Spiegeln aus Pyrex oder Duran) zu keiner relevanten Verformung des Spiegels kommt, können bei zu warmem Hauptspiegel laminare Luftschlieren mit der entlang der Spiegeloberfläche erwärmten Luft im Strahlengang des Teleskops aufsteigen. Auch wenn diese Luftschlieren beim offenen Tubus entweichen, verschlechtern sie doch das Seeing des Teleskops. Um dies zu vermeiden mussten wir an sehr warmen Tagen schon am frühen Nachmittag die Kuppel kühlen. Ähnliche Probleme ergeben sich bei raschem Temperaturabfall in der Nacht während der Beobachtung. Einem so hohen Temperaturgradienten konnte der Hauptspiegel nicht schnell genug folgen. Die Temperaturdifferenz zwischen Spiegel und Umgebung hat sich im Laufe der Nacht wieder vergrößert. Wenn wir beispielsweise die ISS vormittags im grossen Teleskop während ihres Überfluges beobachten wollen, tritt häufig der umgekehrte Fall auf. Ein gegenüber der Umgebungstemperatur zu kalter Spiegel kann sich beschlagen, wenn der Taupunkt unterschritten wird. In beiden Fällen kann die aktive Spiegelbelüftung helfen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Teleskopen mit aktiver Belüftung sitzen unsere Lüfter nicht hinter dem Hauptspiegel. 4 starke Querstromlüfter (Papst) blasen über Pollenfilter gesäuberte Luft durch 1cm breite seitliche Schlitze zwischen Spiegelzelle und Tubus-Tragkasten auf der Vorderseite des Hauptspiegels direkt radial über die optische Spiegeloberfläche. Die elastisch gelagerten Lüfter sind am Tragkasten des optischen Tubus befestigt und werden mit je 24V 0.6A betrieben. Selbst bei hoher Drehzahl ist beim Beobachten im Okular keine Erschütterung sichtbar. Steuerung und Drehzahleinstellung erfolgt über den Rechner des Leitsystems, abhängig von der mit Funksensor ferngemessenen Spiegeltemperatur, Kuppelinnenraumtemperatur und Aussentemperatur. Hardware und Softwarte der Steuerung sind selbst entwickelt. Alternativ kann auch auf Handsteuerung umgeschaltet und die Lüfter somit ohne hochgefahrenen Rechner betrieben werden. Die Lüfterdrehzahl ist dann an einem Potentiometer einstellbar. Anwendung der Spiegelbelüftung zusammen mit der Lüftung des ganzen Kuppelraumes: Dabei sind 2 Schnittpunkte im Temperaturverlauf massgeblich: 1.) Aussentemperatur fällt unter die Innentemperatur des Kuppelraumes. 2.) Innentemperatur des Kuppelraumes fällt unter die Temperatur des Hauptspiegels Sobald die Aussentemperatur am späteren Nachmittag unter die Innentemperatur des Kuppelraumes gefallen ist, wird die Tür vom Beobachtungsspalt sowie die Eingangstür zur Sternwarte geöffnet. Normalerweise ist das zwei bis drei Stunden vor Beobachtungsbeginn der Fall. Die Kuppel (sie hat bei uns nicht die klassische Halbkugelform sondern ist ein drehbares Dach mit quadratischem Querschnitt) wird in 45Grad-Stellung gegenüber dem quadratischen Unterbau gebracht. Dabei entstehen 4 große zusätzliche Öffnungen nach Aussen zur Unterstützung des Luftaustausches.
Jetzt sind die Temperaturen vom Innenraum und vom Hauptspiegel zu vergleichen. Unterschreitet die Innenraumtemperatur jene des Hauptspiegels, so wird der Ventilator zur Luftumwälzung im Innenraum auf die Rückseite der Spiegelzelle gerichtet. Dort haben auch die vier Querstromlüfter der Spiegelbelüftung ihre Ansaugöffnung. Die Hauptspiegelbelüftung wird (händisch oder vom Rechner gesteuert) mit hoher Lüfterdrehzahl in Gang gesetzt. Hat sich die Temperatur des Hauptspiegels einigermassen an die Umgebung angeglichen, kann die Lüfterdrehzahl herabgesetzt werden. Anwendung der Spiegelbelüftung zusammen mit der Kuppelklimaanlage: Diese Vorgangsweise kommt dann zur Anwendung, wenn entweder an einem heissen Sommertag keine Aussicht besteht, dass ein Temperaturausgleich zwischen Teleskop und Aussenluft ausschliesslich durch Lüftung rechtzeitig bis zum Beobachtungsbeginn erfolgen kann, oder wenn ein frühzeitiger Beobachtungsbeginn noch in der Dämmerung erforderlich ist und deshalb die Zeit zum Lüften zu knapp wird. Dann setzen wir bei hermetisch geschlossenem Innenraum unsere Kuppelklimaanlage in Gang. Die vom Verdampfer der Klimaanlage (er befindet sich an der Wand) abgekühlte Luft sammelt sich am Fussboden. Von dort wird Sie durch unseren großen Ventilator erfasst und zur Hauptspiegelzelle des Teleskops hochgeblasen. Die vier Haupfspiegellüfter befördern die kalte Luft direkt zur Spiegeloberfläche. Aktive Belüftung während der Beobachtung: Verbleibt ein Temperaturunterschied von mehr als 1 bis 2 Grad Celsius zwischen Hauptspiegel und Umgebung, dann werden die Lüfter auch während der Beobachtung verwendet. Das ist möglich da Vibrationen der Lüfter bei unserem stabilen Tubus keinerlei negative Auswirkungen zeigen. Der Luftstrom vor dem Spiegel verwirbelt so die entstehenden Luftschlieren und bläst sie mit einer turbulenten Strömung aus dem Tubus. Turbulente Luftströmungen im Strahlengang des Teleskops stören nicht, wenn die bewegte Luft praktisch die gleiche Temperatur hat wie die Umgebung. Auf diese Weise ist auch der starke Temperaturgradient in der Beobachtungsnacht beherschbar.
Weitere Bilder vom Bau findet man in der hier |
| Prismenschienenbefestigungssystem |
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Der aus rostfreiem Stahl gefertigte optische Tubus unseres 50cm-RC gibt an den vier abgeschrägten Kanten des Tragkastens den Blick (über den Spider-Ring hinweg) zum Himmel frei. Weil der Tragkasten an dieser Stelle verstärkt ist und eine Materialstärke von 4mm aufweist, können dort auch gewichtige optische Zusatzinstrumente angehängt werden. Für alle vier Kanten wurde daher eine passende 4cm breite und 25cm lange Prismenschiene gefertigt und mit rostfreien M5-Schrauben auf Beilagscheiben am Tubus befestigt. Bedingt durch die hohe Fertigungsgenauigkeit des Tragkastens sind alle 4 Schienen weitgehend parallel. Die beiden südseitigen Prismenschienen sind zur Befestigung von Gegengewichten vorgesehen. Diese sind exzentrisch zur Prismenführung angeordnet damit ein Durchschwenken durch die Teleskopgabel möglich wird. Die zusätzlichen Gegengewichte wurden aus zusammenschraubbaren Modulen mit ein bis zwei Kilo Gewicht aus rostfreiem Stahl hergestellt. Die beiden nordseitigen Prismenschienen können dann die optischen Zusatzinstrumente aufnehmen. Gedacht ist an Kameras mit Teleobjektiven, kleine Refraktoren, elektronische Sucher zur Überwachung des Gesichtsfeldes oder an Laser für kleine Lidar-Experimente. Wegen der äquatorialen Aufstellung der Montierung sind die Zusatzinstrumente den beiden Armen der Teleskopgabel nirgends im Weg. Die Auswahl von zwei unterschiedlichen Montagepunkten ermöglicht es, Einblickhöhe der Zusatzinstrumente und die Ausrichtung des Kuppelspaltes je nach Beobachtungs-Hemisphäre (Ost oder West) zu optimieren. Die hier beschriebene Kuppelsteuerung ist auf die Zusatzinstrumente einstellbar. Als erstes Zusatzinstrument wurde unser alter 4"-Refraktor (TeleVue Genesis) getestet. Er könnte beim Aufsuchen der Internationalen Raumstation in Horizontnähe behilflich sein, falls deren Bahnelemente mal wieder so große Fehler aufweisen, dass die ISS trotz exakter Positionierung des Teleskops auf den vorausberechneten Startpunkt der Satellitenverfolgung, nicht im Gesichtsfeld des RC auftaucht. Für die eigentliche Nachführung des Satelliten benötigen wir zur Zeit keinen Sucher. Die Hauptanwendung des zusätzlichen Refraktors ist der Vergleich der eingestellten Objekte mit ihrer Abbildung im RC bei visueller Beobachtung. Bei Führungen bekommen unsere Besucher auf diese Weise ein besseres Gefühl für die Dimensionen der gezeigten Himmelsobjekte und die Leistungsfähigkeit der Teleskope. Dass der Refraktor die gleiche Lackierung aufweist wie das große Teleskop ist reiner Zufall. Das Bild zeigt aber auch, dass man sich an diesem Sucher leicht den Kopf anstossen kann. Zusammen mit einer angesetzten DSLR-Kamera und den Gegengewichten auf der gegenüberliegenden Kante des Teleskoptubus, beträgt die Mehrlast für die Gabelmontierung etwa 12Kg. Dies führt jedoch zu keiner Beeinträchtigung der ohnehin hohen Positioniergenauigkeit und Nachführgenauigleit, obwohl wir keine Anpassung des Teleskopmodells in der Teleskopsteuerung vorgenommen haben (auch daran erkennt man ein richtig konstruiertes Teleskop). In unserer Galerie ist weiters die Fertigung der Teile in unserer Teleskopbauwerkstatt zu sehen. |
| Bau der Restlicht-Meteorkamera |
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| Reparatur und Adaptierung einer Russentonne |
| Die konstruktiv bedingte, bei den meisten Geräten mehr oder weniger vorhandene Verspannung der Optik wird zuverlässig beseitigt. Weitere Verbesserungen erleichtern die Anwendung. Die Maßnahmen sind |
| Sanierung einer Saturnmontierung |
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Durch ein wenig handwerkliches Geschick und Erfahrung mit Teleskopantrieben wird so aus einer alten "Vixen-Saturn" eine Präzisionsmontierung, die es nicht nur in Sachen Stabilität sondern auch hinsichtlich der Nachführgenauigkeit mit den heutigen, auch bei der Neuanschaffung wesentlich teureren Nachfolgern ihrer Klasse ohne weiteres aufnehmen kann. Näheres siehe |
| Elektronischer Sucher für DSLR-Kameras |
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| starrer Kameraanschluss ohne Okularauszug |
| Während unsere professionelle CCD Kamera-2 schon immer einen starren Anschluss am großen Teleskop hatte, mussten wir die kleineren Kameras am Okularauszug befestigen (so wie es die meisten Amateure tun). Das hat nun endlich ein Ende. Für die digitale Spiegelreflexkamera Canon EOS5D und für kleine CCD-Kameras mit C/CS-Mount Anschluss haben wir eine starre Verbindung zu unserem Teleskoptubus hergestellt. Der Befestigungsflansch zum Teleskop besteht aus Aluminium und hat einen Durchmesser von 24cm und eine Wandstärke von 2cm. Daran wird ein massives Alurohr mit 9cm Durchmesser und 5mm Wandstärke angeschraubt. Das Rohr könnte auch einen Fokalreduktor oder einen Bildfeldebner aufnehmen. Am Rohrende sind verschiedene Adapter möglich: Einerseits ein Zwischenstück mit T2-Ring und Canon-EOS-Objektivbajonett, andererseits ein Zwischenstück mit manuellem Filterschieber (er wurde hier schon beschrieben) mit 42mm Objektivgewinde an welches der C/CS-Mount Adapter angesetzt wird. Die Bilder zeigen die Alu-Einzelteile noch vor dem Eloxieren mit schwarzer Eloxalfarbe (unsere Eloxierstation werden wir erst im Winter in Betrieb nehmen). Die optische Länge des Rohres und der Zwischenstücke sind so bemessen, dass bei einer Tubustemperatur von 5°C und der Mittenstellung unserer motorisierten Sekundärspiegelfokusierung die Scharfstellung der angeschlossenen Kameras erreicht wird. Durch Auswahl des angeschlossenen Fokalinstrumentes in der Software des Sternwarten-Leitsystems werden verbleibende Ungenauigkeiten bei der Fertigung ausgeglichen. Auch die Temperaturkompensation der Fokussierung erledigt selbstverständlich diese selbstgeschriebene Software, dass vom Okularauszug gewohnte lästige Scharfstellen entfällt. |
| Ein großer 60-Grad-Zenitspiegel |
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| Okularfokussierung am 60° Zenitspiegel |
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Wenn wir unser 50cm RC-Teleskop visuell verwenden, flanschen wir den System-64 Okularauszug von Lichtenknecker zusammen mit unserem 60° Zenitprisma an. D Schon mehrfach wurde in der ATM-Szene versucht, die Einstell-Mechanik von Fotoobjektiven zur Scharfstellung von Okularen zu |
| Adaptierung eines grossen Okularauszuges |
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| Eine einfache Filterschublade |
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| Elektronisch gesteuerter mechanischer Verschluss für OES CCD-Kamera |
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| Anbau der CCD-Kamera 2 an unser 50cm RC-Teleskop |
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Bei den ersten "Freilandversuchen" ist es schon bei mäßiger Kühlung (-10°C) zu einer Vereisung des optischen Fensters der Kamera gekommen. Zur Abhilfe wurde ein elektrisch betriebener Lufttrockner konstruiert, welcher die Luft vor dem Kamerafenster ständig umwälzt. Die entsprechenden Luftkanäle sind mit einer Lichtfalle versehen in den Kameraflansch eingelassen. Damit ist eine Kühlung unter -20°C kein Problem.
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| Restlichtverstärkerokular |
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| Umbau einer Webcam |
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Die Bilder zeigen die Befestigung der Kameraplatine im neuen Gehäuse und die beiden konzentrischen Objektivgewinde. Einsatzmöglichkeiten sind bei Instrumente beschrieben. Eine zusätzliche Peltierkühlung der ganzen Elektronik ist mit dem neuen Gehäuse leicht realisierbar. Tests mit einem Kältespray haben jedoch nur eine bescheidene Wirkung der Kühlung ergeben. Von dem weitverbreiteten Umbau der Elektronik für längere Belichtungszeiten haben wir ebenfalls Abstand genommen. Bestenfalls kann man das Ding dann noch als Guider verwenden, aber für Deep-Sky Aufnahmen gibt es doch wesentlich bessere Kameras, auch zum selberbauen. Die Begeisterung in gewissen Internetforen für ein rauschiges Bild vom M57 mit einer Stunde Belichtungszeit (aufgenommen mit einer umgebauten Webcam) ist für uns nicht nachvollziebar. Und wenn man noch so viel herumlötet (Abschalten des Ausleseverstärkers bei der Belichtung, Direktkühlung des CCD, 12Bit-ADC usw.) aus dem "hässlichen kleinen Ei" wird nie ein "stolzer Schwan" schlüpfen. |
| Erweiterung eines Objektivadapters zum Anschluss von Fremdobjektiven an Canon DSLR-Kameras |
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Ein bekannter Vorteil des Canon EOS Objektivbajonett ist einerseits der grosse Durchmesser und andererseits der kleinere Backfokus verglichen mit anderen Herstellern, wie Nikon, Olympus, Leica-R, Pentax, M42 etc. Unter Backfokus (auch Auflagemaß genannt) versteht man den Abstand zwischen Objektiv-Auflagefläche der Objektivfassung an der Kamera und der Filmebene bzw. der Sensorfläche. Dieser Vorteil ermöglicht die Verwendung von Adaptern zum Anschluss von Fremdobjektiven mit anderen Objektivfassungen. Wenn der Adapter genau so "dick" ist wie der Unterschied im Backfokus (ziemlich genau 2.5mm), dann lassen sich die Fremdobjektive auch an der Canon auf die Entfernung "unendlich" scharfstellen, die Entfernungsskala bleibt also erhalten ohne eine zusätzliche Linse im Adapater zu benötigen. Die Firma Novoflex liefert einen solchen Adapter, wenn auch zu einem stattlichen Preis. Deutlich preisgünstiger sind Adapter aus chinesischer Produktion. Sie sind mechanisch durchaus solide gefertigt, weisen aber eine Dicke von nur 2.15mm auf. Bei Verwendung dieser Adapter verschiebt sich die Entfernungsskala des Objektivs ein wenig und man kann bei allen angesetzten Objektiven leicht über die Einstellung "unendlich" hinausdrehen. In manchen Fällen kann das sogar von Vorteil sein. Freilich darf man bei der Anwendung von Objektiven mit fremden Bajonett keine Wunder erwarten. Auf eine mechanische Springblendenfunktion (und damit auf eine Belichtungsmessung bei offener Blende) wird man genau so verzichten müssen wie auf einen Autofokus. Aber wenigstens mit Arbeitsblende ist bei Canon die Belichtungsmessung ohne Einschränkung möglich, was Nikon bei seiner D40 bis D90 selbst mit alten Nikon-Objektiven verweigert. Im Gegensatz zu Nikon kann man bei Canon wiederum die elektronische Scharfstellhilfe der Kamera nur dann benutzen, wenn die Elektronik des Objektivs die Objektivdaten an die Kamera meldet, so wie bei Canon-EF-Objektiven wenn man diese auf manuelle Fokussierung umschaltet. Der Scharfstellsensor der EOS5D funktioniert selbst ohne AF-Hilfslicht recht gut (bei hellem Umgebungslicht sogar bis zur Blende 8). Leider verweigert er mit Fremdobjektiven seinen Dienst immer dann, wenn die Kamera keinen elektrischen Kontakt zum Objektiv herstellen kann. Genau in diesem Punkt gibt es jetzt Abhilfe. Eine chinesische Firma liefert Objektivadapter mit eingebauter Elektronik und Kontaktflächen zur Herstellung einer elektrischen Verbindung zwischen Kamera und Adapter. Der Kamera wird auf elektronischem Weg vorgegaukelt, es befände sich ein Canon-Objektiv vorne dran. Die Elektronik teilt der Kamera mit, das Objektiv habe eine bestimmte Blende und Brennweite (1:1.4 bei 135mm) und diese wird am Display der Kamera (und in den EXIF-daten) auch angezeigt. Wenn das angeschlossene Fremdobjektiv eine ganz andere Brennweite und Blende hat spielt das keine Rolle. Lediglich die ETTL-Blitzfunktion ist von den falschen Angaben irritiert, ein Systemblitzgerät kann unter Umständen nur manuell verwendet werden. Hauptsache die Schärfeindikatoren der Kamera funktionieren jetzt. Weiters sind alle Belichtungsmodi der Kamera verwendbar (bis auf die Blendenautomatik) ohne das es zu Fehlbelichtungen kommt (obgleich alle Programmautomatikfunktionen wegen der vermeintlich fixen Blende jetzt nur so wie die Zeitautomatik arbeiten können). Das hilft zumindest Fehlbedienung wegen falscher Einstellung des Belichtungsmodus der Kamera zu vermeiden. Hochwertige Nikon-Objektive mit manueller Scharfstellung sind so bis auf die Springblendenfunktion an der Canon vollwertig nutzbar. Es gibt nun 2 Varianten um zu so einem Gerät zu kommen. Variante 1: man bezieht den fertigen Adapter via ebay aus Hong-Kong (inzwischen auch von deutschen Internet-Händlern erhältlich). Die Elektronik ist auf einer recht schmalen Platine untergebracht die nicht an die angesetzten Objektive anstreift. Bei Nikon-Objektiven sind dadurch keine Modifikationen erforderlich. Über die mechanische Präzision der Adapter und die Haltbarkeit der Elektronik haben wir keine Information. Variante 2: Man verwendet einen auch bei uns erhältlichen Objektivadapter ohne Elektronik. Die Auswahl ist entsprechend größer, die mechanische Präzision der Adapter ist gut (laut diverser Forumsbeiträge) und auch der oben erwähnte Novoflex-Adapter kommt in Frage. Aus chinesischer Produktion stammende Adapter sind von den deutschen ebay-Verkäufern "jeanz-e-land", "foto_luna" oder "enjoyyourcamera" erhältlich. Jetzt muss man aber selbst eine kleine Platine daran befestigen, welche die elektrische Verbindung zur Kamera herstellt. Diese kleine Platine kann von dem deutschen ebay-Verkäufer "tsmv" bezogen werden. Die Platine ist solide mit einer rückseitigen Kunststoffabdeckung versehen und hat vergoldete Kontaktflächen. Wir haben diesen Weg beschritten. Nachfolgend ist die praktische Durchführung sowie die mit dem fertigen Adapter gemachten Erfahrung beschrieben.
Praktische Erfahrungen |
| Werkstatt-Ausbau |
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Die zum Bau des großen Teleskops erforderlichen Werkzeuge sind schon in der Baubeschreibung |
| Bau eines Spiegelhebewerkzeugs |
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| Bau eines kleinen elektrischen Lufttrockners |
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Grundlegende Überlegungen zur Trockenhaltung von CCD's sind |
| Die große Lufttrocknungsanlage |
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| Funkuhr zur Zeitsynchronisation von Bedeckungsvideos |
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Es geht darum, HI8-Videos mit genauen Zeitmarken zu versehen. Dann kann nachträglich eine exakte zeitliche Zuordnung von Bedeckungsereignissen vorgenommen werden. Im Prinzip würde es genügen, eine Funkuhr abzufilmen und dann ohne Unterbrechung des Aufnahmevorgangs das Bedeckungsereignis auf Video zu dokumentieren. Mit 50 Halbbildern pro Sekunde wäre eine ausreichende zeitliche Auflösung gewährleistet, ohne Stoppuhr und persönliche Gleichung. Es gibt dabei leider ein kleines Problem. Die LCD-Anzeigen der Funkuhren reagieren bei nächtlicher Kälte sehr träge, Funkuhren mit LED-Anzeigen sind nur schwer aufzutreiben und Funkuhren mit konventionellem Ziffernblatt sind eher groß und unhandlich und die Zeiger können verdreht sein. Die Lösung besteht in der Anzeige der DCF77-Impulse durch eine LED, welche im Sekundentakt blinkt und zusammen mit der Ziffernanzeige aufgenommen wird. Die "Grobzeit" sieht man in der LCD-Anzeige und die "Feinzeit" mit 1/25-sec Auflösung wird aus der Framenummer (oder Timecode-Bildnummer) bestimmt, bei der die LED aufleuchtet (ansteigende Flanke). Da mehrere Ereignisse auf Video aufgezeichnet werden, ist eine nachträgliche Ausgleichsrechnung und Interpolation möglich.
Die im Bild sichtbare Anschlussbuchse ermöglicht die Synchronisierung eines Rechners. Zusätzlich steht auch noch der DCF77-Telegrammimpuls dort zur Verfügung. Der Schalter schaltet den Empfänger ein. Der Taster setzt die Uhr zurück. Ein Piezosummer knackst im Takt des DCF77-Telegramms (Sekundentakt). Ergänzung 2009: Die DCF77-Empfänger gewöhnlicher Funkuhren sind sehr schmalbandig aufgebaut. Das erhöht zwar die Unempfindlichkeit gegenüber Störsignalen, hat jedoch als Nachteil eine lange Einschwingzeit auf die vom DCF77-Sender gesendeten Impulse zur Folge. Wir konnten durch Vergleichsmessungen verschiedener Empfänger mit einem Oszilloskop diese Zeitverzögerung ermitteln. Sie ist wesentlich größer als die Laufzeit des Signals vom Sender zum Empfänger. Bei unserer Bedeckungsfunkuhr beträgt sie 25 Millisekunden. Dieser Wert ist von der gemessenen Zeit abzuziehen. |
| Ein einfaches Leuchtdiodenvisier am C14 statt einem TELRAD-Sucher |
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| Funkortung für Mitglied des Teams |
Das vierbeinige Mitglied unseres Teams, die RANA unternimmt gerne ausgedehnte nächtliche Spaziergänge, während wir in der Sternwarte tätig sind. Gegen Ende der Beobachtung stellt sich dann häufig die Frage "Wo ist die Katz?". Wenn nach einem Beobachtungs-wochenende die Abreise bevorsteht und der Zug laut Fahrplan in einer Stunde abfährt, dann kann diese Frage auch ganz schön nerven. Für diese Fälle wurde ein elektronischer "Katzensucher" nach dem Muster der in der Wildtierforschung eingesetzten Bio-Telemetrie entwickelt. Die RANA bekommt einen kleinen Sender als Rucksack umgeschnallt. Dieser sendet alle 5 Sekunden ein kurzes Peilsignal im 70cm-Band. Der Suchempfänger hat eine spezielle Peilantenne mit hoher Richtwirkung. Trotz kleinster Sendeleistung beträgt die Reichweite über 1km.
Inzwischen (2006) sind derartige Geräte für Haustiere auch im Internet erhältlich. Das von Herrn Ruedi Schenkel in der Schweiz entwickelte Katzenpeilgerät Elpet mit digital codiertem Sendesignal, stellt im Vergleich zu anderen Anbietern und unserem Eigenbau eine Weiterentwicklung dar. Der Sender kann am Halsband befestigt werden. |
| Werstatt-Tipp: Aufspannen dünnwandiger Rohre |
![]() ![]() Sollen dünnwandige Rohre in der sogenannten "fliegenden Aufspannung" an der Drehmaschine einer schweren Bearbeitung unterzogen werden, dann besteht die Gefahr dass einem das Werkstück um die Ohren fliegt. Der mitlaufende Körner im Reitstock hilft auch nicht immer, wenn z.B. ein Innengewinde am fliegenden Rohrende geschnitten werden muss. Man könnte da die Verwendung einer Lünette in Erwägung ziehen. Trotzdem besteht immer noch die Gefahr das das Rohr im Drehbankfutter zumindest durchrutscht. Schliesslich kann man es ja nicht beliebig fest einspannen, ohne es zu verdellen.
Hier hilft ein kleiner Trick. Der erfahrene Dreher weiss ohnehin dass in solchen Fällen das Rohr zusammen mit einer Kernscheibe eingespannt werden muss. Deren eigene Herstellung können wir uns ersparen wenn wir stattdessen ein zweites Drehbankfutter in Miniaturausführung verwenden. Dieses wird fliegend im Inneren des Rohres platziert und spannt sich selbst an der Innenwand des Rohres. Genau an jenen 3 Stellen wo das kleine Drehbankfutter innen ansetzt, spannen die Backen des grossen Drehbankfutters das Rohr von außen auf. Wie am Bild zu sehen, kann das erwähnte Innengewinde am anderen Ende des Rohres ohne Probleme hergestellt werden. Bei dem dargestellten Werkstück handelt es sich um einen neuen Okularstutzen für den über 100 Jahre alten 12" Alvan-Clark Refraktor in der Westkuppel der Universitätssternwarte in Wien, hergestellt für die Amateurgruppe. |
| Das Sternwartengebäude für das 50cm RC-Teleskop |
Alle "Astro-Nomaden" die mit ihrem Hobby "sesshaft" werden wollen, benötigen auch einen Schutzbau für ihr Teleskop. Hier zeigen wir einen Schutzbau , der innerhalb gewisser Grenzen sogar mit dem Teleskop mitwachsen kann. Von der ursprünglich sehr einfach gehaltenen Ausführung (siehe dazu 2 Bilder unter Historisches ) bis zur heutigen high-tech Sternwarte war es freilich ein weiter Weg. Nicht alles würden wir heute noch einmal so machen. So empfiehlt es sich, die Instrumentensäule mit ihrem Fundament von vorn herein auf das ultimative Teleskop auszulegen. In diesem |
| Die Kuppelklimaanlage |
![]() Sie soll für die Temperierung des Teleskops vor Beobachtungsbeginn sorgen. Darüberhinaus kann sie auch zur Entfeuchtung des Kuppelraumes und alternativ zur Bereitstellung von Prozesskälte (Kühlwasser) für Fokalinstrumente dienen. Diese vielseitige, zum Teil selbstgebaute Anlage wurde in Zusammenarbeit mit einer Firma für Kältetechnik speziell für die betrieblichen Anforderungen in einer Sternwarte konzipiert. Vorbilder sind bei vielen neuen oder modernisierten professionellen Großsternwarten zu finden. Sobald genügend praktische Erfahrungen vorliegen, wollen wir Konzept, Bau und Anwendung hier ausführlicher vorstellen. Bedienungsanleitung |
| Funksensoren für Temperatur und Feuchtigkeit |
Um Erfahrungswerte zur optimalen Einstellung unserer neuen Kuppelklimaanlage zu gewinnen, gibt es jetzt mehrere Messfühler zur Erfassung von Temperatur und Feuchtigkeit. Die Temperatur des großen Hauptspiegels wird direkt am Spiegel gemessen und kann jederzeit mit der Innen- und Außentemperatur verglichen werden. Das Ziel ist es, die meistens notwendige Abkühlphase des Teleskops vor Beobachtungsbeginn durch den Einsatz der Kuppelklimatisierung zu minimieren. Durch die Erfassung der Feuchtigkeit in der Spiegelzelle und im Kuppelinnenraum ist es möglich, Taubeschlag durch Einschalten der Kuppelklimatisierung in der Betriebsart "Entfeuchten" zu vermeiden. Weitere Messfühler befinden sich in der Kühlbox des "großen Lufttrockners" sowie im neuen 20-Liter Kühlwasser-Voratsbehälter neben dem Tauchverdampfer der Klimaanlage zur Abkühlung desselben. Diese Anlage wird in Zukunft zur Sekundärkühlung von Fokalinstrumenen verwendet. Auch die Elektronik der CCD-Kamera 2 kann zur Sicherheit auf Temperatur und Feuchtigkeit überwacht werden. Alle Messwerte werden von handelsüblichen, zum Teil umgebauten Funk-Wetterstationssensoren erfasst und zu einem autark arbeitenden, preiswerten Datalogger (Typ ELV-WS2500PC) gesendet. Dieses kleine, batteriebetriebene Gerät sammelt von jeder Messgröße 1024 Werte in einem auswählbaren Zeitraster (3min bis 2h). Über eine serielle RS232-Schnittstelle können die gesammelten Daten abgefragt und zur Auswertung an einen PC übermittelt werden. Wir hoffen mit diesen Daten den Einsatz der Kuppelklimatisierung optimieren zu können. Fortsetzung folgt. |
| Funkwetterstation |
Die ursprünglich nur zur Optimierung der Kuppelklimaanlage vorgesehene Messtechnik wurde zur kompletten Funkwetterstation ausgebaut. Auf einem aus rostfreiem Stahl selbst hergestellten Antennenmast sind nun mehrere handelsübliche Sensoren zur Erfassung von Wind, Regen und Tageshelligkeit montiert. Solarzellen sichern die Stromversorgung. Sie laden tagsüber Pufferbatterien auf, welche die Funktion auch nachts gewährleisten. Die Datenübertragung erfolgt per Funk am 70cm Band, gespeist aus Doppelschichtkondensatoren als Energiespeicher. Ein weiterer derartiger Sensor wurde umgebaut. An Stelle von Temperatur und Feuchtigkeit erfasst er nun die Helligkeit des Nachthimmels sowie die elektrische Leitfähigkeit des Regenwassers. Die sehr einfache Schaltung dazu wurde selbst entwickelt und hat bereits Nachahmer gefunden. Damit werden Langzeitstudien der künstlichen Himmelsaufhellung in der Nacht, der sogenannten "Lichtverschmutzung" möglich. Zur Anzeige dient eine Wetterstation vom Typ ELV-WS3000TV. Insgesamt 21 Messwerte mit ihren Trendkurven der letzten 72 Stunden sind am TV-Bildschirm abrufbar. Die Station ergänzt somit unsere Meteosat-Empfangsanlage, welche uns schon seit Jahren mit aktuellen Wettersatelittenbildern am TV-Bildschirm versorgt. Die Verdichtung und Endlosarchivierung aller Messdaten im PC zum Zweck von Langzeitstudien übernimmt der oben beschriebene Datalogger. |
| Automatische Kuppelpositionierung |
Schon einmal haben wir uns mit diesem Thema beschäftigt. Die weiter unten beschriebene Kuppelnachführung arbeitete ohne Kuppelpositionserfassung. Damals ging es uns nur darum, das lästige Nachdrehen der Kuppel während einer laufenden CCD-Aufnahme vom Rechner ausführen zu lassen. Ohne messtechnische Erfassung der Kuppelposition konnten nur kleine Abweichungen im Azimut von Teleskop und Kuppel rechnergesteuert ausgeglichen werden. Die Genauigkeit dieser Vorgangsweise hat für eine rein siderische Nachführung der Kuppel vollkommen ausgereicht, nicht jedoch für das Nachdrehen der Kuppel, wenn das Teleskop zu einer anderen Himmelsregion schwenkt. Da musste der Kuppelspalt immer händisch zum Teleskop ausgerichtet werden. Jetzt ändern wir das mit einer selbst entwickelten messtechnischen Erfassung der Kuppelposition: Sobald das Teleskop ein neues Ziel erhalten hat, setzen sich nun Kuppel und Teleskop gleichzeitig in Bewegung (manchmal sogar in verschiedene Richtungen) und treffen sich kurze Zeit später am Ziel. Auch die Drehzahl der Kuppel verändern wir nun mit der Software. Unsere Steuerung beherrscht auch Spezialfälle, die über die Fähigkeiten anderer Kuppelsteuerungen hinausgehen. Technische Details sind ausführlich in einem |
| Automatische Kuppelnachführung |
Nach Positionierung des Teleskops auf das zu beobachtende Himmelsobjekt wird die Kuppel zunächst händisch ausgerichtet. Während der Beobachtung erfolgt jedoch eine rechnergesteuerte Nachführung der Kuppel. Alle 10 Minuten ermittelt der Rechner den neuen Azimut des im 50cm-RC eingestellten Himmelsobjektes und setzt den Kuppelmotor kurzzeitig in Bewegung um den offenen Kuppelspalt auf die Blickrichtung des Teleskops neu auszurichten. Eine messtechnische Erfassung und Rückmeldung der Kuppelposition an den Rechner ist dabei nicht notwendig. Die Ansteuerung des Frequenzumrichters durch den Rechner erfolgt via USB-Karte (Bausatz), die gleichzeitig auch andere Steueraufgaben übernommen hat (Fokussierung, Feinbewegung). Die Windows-Software wurde selbst entwickelt. Nun ist die einfache Kuppelnachführung durch eine aufwendige Kuppelpositionierung ersetzt worden. |
| Minimierung der Wärmebelastung |
Bei einer Teleskopöffnung von 50cm stören alle Wärmequellen im Kuppelraum die mehr als nur ein paar Watt Leistung an die Umgebungsluft abgeben. In einer Ecke des Kuppelraumes befindet sich der PC-Arbeitsplatz zur Bedienung von Teleskop und Fokalinstrument. Um die Wärmeentwicklung im Kuppelraum so gering wie möglich zu halten, wurden die Rechner selbst in den kleinen Geräteraum darunter verbannt und der bisher verwendete CRT-Röhrenmonitor (80W) durch einen 15" TFT-Flachbildschirm (15W) ersetzt. Der Bildschirm und eine neue Tastatur mit abschaltbarer Beleuchtung werden zusammen mit der Maus über einen elektronischen Umschalter mit dem jeweiligen Rechner (Teleskopsteuerrechner oder Kamerasteuerrechner) verbunden. Eine Umschaltung erfolgt per Hotkey (Tastenkombination). Tests haben gezeigt, dass ein störungsfreier Betrieb des Bildschirms auch bei -18°C möglich ist. Häufiges Abschalten z.B. w ährend einer laufenden CCD-Belichtung schadet dem TFT-Bildschirm auch viel weniger als einem CRT-Schirm. Der im Bild oben sichtbare, elegante halbrunde und fußfreie Ecktisch ist Marke Eigenbau. Wir nehmen an diesem Arbeitsplatz neben der Inbetriebnahme der ganzen Sternwartetechnik vor allem die Positionierung des Teleskops vor, um die herabhängenden Kamerakabel, Luft- und Kühlwasserschläuche beim Schwenk des Teleskops unter Kontrolle zu haben und so zu vermeiden, dass diese sich verheddern. Der kleine Geräteraum unterhalb des Kuppelraumes wurde mit einer leistungsfähigen Warmluftabsaugung versehen. Ein Kanalrohr mit 25cm Durchmesser saugt mit Hilfe eines kräftigen Ventilators (er stammt vom Kühler eines VW) die von den Geräten (Rechner, Teleskopservoverstärker, Kuppelantrieb, Kühlbox etc.) erwärmte Raumluft in einen in der Nähe befindlichen Kellerraum ab. In diesem Raum ist auch der Kompressor unserer Kuppelklimaanlage untergebracht. Auf diese Weise wird jegliche erwärmte Luft vom Teleskop ferngehalten und kann somit das Seeing nicht mehr beeinträchtigen. |
| Remote-Observing aus dem Wohnhaus mit 2 Bildschirmen |
Über ein Netzwerkkabel ist das Wohnhaus mit beiden Teleskopschutzbauten verbunden (man könnte das Gleiche auch mittels WLAN erreichen). Dadurch ist nicht nur ein Zugriff auf die Daten aller Rechner im Netzwerk möglich, sondern auch die gegenseitige Fernsteuerung der Rechner untereinander mittels Programm VNC. Diese remote-access Freeware wird kommerziell zur Fernwartung von Servern via Internet eingesetzt. Die ferngesteuerten Programme brauchen keine speziellen Eigenschaften zu besitzen, fast jedes installierte Windows-Programm ist fernsteuerbar. Im Gegensatz zu den Behauptungen der Firma Software-Bisque (und anderer Anbieter die den Astronomen nur ihre eigenen Produkte einreden wollen) gibt es bei der Anwendung allgemeiner remote-access Freeware kaum Schwierigkeiten mit der Datensicherheit und die angeblichen Probleme hinsichtlich der Performance beschränken sich auf eine langsamere Reaktion des Mauszeigers und kleiner Verzögerungen bei der Aktualisierung in Fenstern. Nur die Remote-Software von Microsoft selbst hat uns zeitweise Probleme bereitet, aber die muss man ja nicht unbedingt verwenden.Auf diese Weise steuern wir alles über unser selbst programmiertes Sternwarten-Leitsystem vom "Wohnzimmer" aus. Die neuerdings angewendete Client-Server-Architektur der Teleskopsteuerung bietet eine gewisse Sicherheit bei der Bedienung aus der Ferne. Sowohl die korrekte Ausführung einer Remote-Anweisung als auch technische Probleme im Störungsfall werden dem Leitsystem zurückgemeldet und von diesem visualisiert. Früher mussten wir trotzdem immer wieder in die Kälte hinaus, um die Kuppel zu drehen. Heute ist auch diese Funktion voll automatisiert, siehe hier. Durch die Abwesenheit von Personen im Kuppelraum wird die Wärmebelastung noch weiter vermindert und das Seeing damit verbessert. Bei dem Rechner im Wohnzimmer handelt es sich jetzt um ein besonders stromsparendes Modell (ASUS-EeeBox) mit ATOM-Prozessor. Dieser kleine Rechner hat ohne angesteckte USB-Zusatzgeräte einen von uns nachgemessenen Stromverbrauch von nur 12W. Er arbeitet völlig lautlos und ist auch für den Betrieb rund um die Uhr geeignet. Bei Bedarf wird über eine externe Grafikkarte (USB auf DVI-VGA-HDMI Adapter von Delock) ein zweiter Bildschirm angeschlossen. Bis zu 6 Bildschirme wären auf diese Weise betreibbar. Sternkarte, Bedienfenster des Leitsystems und gerade in der Sternwarte aufgenommene Bilder können auf mehreren Bildschirmen übersichtlich nebeneinander dargestellt werden. |
| Die Schiebedachsternwarte |
Ein kleiner Schutzbau, ideal für handelsübliche SC-Teleskope. Trotz der geringen Abmessungen ist ausreichend Platz für das C14 auf einer alten Deutschen Montierung (Sideres). Momentan wird die zweite Sternwarte nur selten von uns benutzt. Sie steht ausgewählten Besuchern zur Verfügung. Eine Revision der Montierung ist geplant. Sie soll mit bereits vorhandenen, hochauflösenden Winkelencodern ausgerüstet werden. Nach einer dazu geeigneten Steuerung (die unseren hohen Ansprüchen auch genügt) wird noch immer gesucht. Auch die Optik des C14 soll einer Revision unterzogen werden: Hier ist der Umbau der Sekundärspiegelzelle geplant. Sie soll eine Wechselfassung zur Aufnahme eines Primärfokus-Korrektors bekommen (Starizona Hyperstar). Die Besonderheiten der Konstruktion des abrollbaren Daches sind in einem |
| Abtauheizung für einen Kuppelraum-Entfeuchter |
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Alternativ zum Kuppelraumentfeuchter kann man bei Sonnenschein tagsüber das Teleskop mit Solarenergie trocknen: Der Kuppelspalt wird zu diesem Zweck geöffnet und unsere hier beschriebene Kuppelsteuerung kann die Kuppel den ganzen Tag der Sonne nachführen, während das Teleskop selbst nicht in Betrieb ist. |
| Vorheizung mit Einschaltverzögerung für Rechnerschrank |
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| Kuppelantrieb mit Frequenzumrichter |
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Wenn man beim Besuch einer Sternwarte auf den elektrischen Kuppelantrieb achtet, findet man meistens einen am Drehkranz angesetzten Getriebemotor, welcher ins Kuppelinnere hineinragt. Drückt man auf einen Knopf, dann setzt sich die Kuppel ruckartig in Bewegung. Es ist uns gelungen, diese beiden Nachteile zu vermeiden. Mechanische Ausführung: Zweckmäßigerweise wird für den Antrieb eine kugelgelagerte Gummirolle verwendet, auf welcher der Drehkranz der Kuppel mit einem Teil seines Eigengewichtes liegt. Wir verwenden insgesamt 4 Auflagerollen. Die 3 nicht angetriebenen Auflagerrollen sind aus Eisenrohr mit eingesetzten Kugellagern gefertigt. Auf diese Weise wird unnötige Walkarbeit vermieden und die ca. 300kg schwere Kuppel ist leicht zu drehen. An die Antriebsrolle ist ein selbstgebautes Schneckengetriebe angesetzt. Über eine Klauenkupplung ist die Schnecke mit einer senkrecht angeordneten Triebstange verbunden. Auf diese Weise kann der Antriebsmotor unter den Kuppelboden verlegt werden. Ein Zahnriemen sorgt für den notwendigen Abstand des Motors zur Wand. Elektrische Ausführung: Es kommt ein 4-poliger Drehstrom-Asynchronmotor mit 125W zum Einsatz. Dieser wird mit Hilfe eines kleinen Frequenzumrichters vom 220V-Einphasennetz versorgt. Vom Frequenzumrichter erzeugte Oberwellen könnten empfindliche Messinstrumente (Photometer oder CCD-Kameras) stören. Darum haben wir gute Netzfilter vor den Umrichter gesetzt und eine doppelte Abschirmung des Motorkabels vorgenommen. Erzielter Effekt: Die Kuppeldrehgeschwindigkeit kann stufenlos von "Schleichgang" bis zum "Ringelspiel" eingestellt werden, in jedem Fall mit getriebeschonendem Sanftanlauf und weicher Abbremsung. Frequenzumrichter können meist recht einfach vom Rechner angesteuert werden. Wir haben inzwischen eine vollautomatische Kuppelpositionierung entwickelt und erfolgreich eingesetzt. |
| Flatfield Lichtbox |
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| Mini Planetarium |
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| Planetenweg |
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Der Planetenweg dient zur Demonstration der Größenverhältnisse in unserem Sonnensystem. Die Sonne wird durch eine gelbe Styroporkugel von 20cm Durchmesser symbolisiert. Die Planeten für unseren Planetenweg sind auf laminierten A4-Tafeln im Maßstab 1 zu 7.000.000.000 mitsamt der Bahnen ihrer Monde aufgezeichnet. Die Abstände zu den benachbarten Planetenbahnen und zur Sonne sind auf den Tafeln angegeben. Die Sonnenkugel sowie die Planetentafeln haben einem 1m langen Erdspieß aus rostreiem Stahl. Auf diese Weise kann der Planetenweg schnell am Wegesrand von der Sonne bis zum Pluto innerhalb eines Kilometers aufgebaut werden. |
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1 Artikel zum Bau unseres 50cm RC ist noch ausständig: