Beobachtungen

Hier wird in erster Linie von Beobachtungen berichtet, die auf der eigenen Sternwarte gemacht wurden. Fallweise soll aber auch von den Aktivitäten die Rede sein, die wir zusammen mit einigen Wiener Sternfreunden erleben.

14.10.2006: Komet Swan (C2006 M4)
13.05.2006: Kometenfragmente von Schwassmann-Wachmann 73P
29.03.2006: Totale Sonnenfinsternis in der Türkei
10.07.2005 und 05.02.2005: Supernovas in m51 und ngc3690
17.06.2005: Schulführung mit Sternen-Nacht und Abenteuer-Camp
04.12.2004 und 08.01.2005: Komet Machholz (C2004 Q2)
14.12.2004: Lichtecho um V838 Mon
25.06.2004: Schulführung mit Sternen-Nacht und Abenteuer-Camp
08.06.2004: Venustransit, visuell beobachtet in Wien
20.05.2004: Komet Neat (C2001 Q4)
11.01.2003: zum Teil noch unbekannte Kleinplaneten mit Blinkkomperator gefunden
05.09.2002: 6 Kleinplaneten "auf einen Streich"
18.08.2002: Kleinplanet NY40 mit hoher Geschwindigkeit nachgeführt
30.03.2002: Komet Ikeya-Zhang - extrem schnelle Helligkeitsveränderung beobachtet!
13.03.2002: Komet Ikeya-Zhang, visuell beobachtet in Wien auf der Sofienalpe
10.03.2002: Komet Ikeya-Zhang im 50cm-RC
26.08.2001: "First Light" im 50cm-RC am Tag
11.08.2001 und 14.08.2001: Perseiden
27.07.2001: M33 in Einzelsterne aufgelöst
01.04.2001: "First Light" mit der CCD-Kamera 2 am 50cm RC-Teleskop
09.01.2001: Mondfinsternis
23.12.2000: "First Light" am 50cm RC-Teleskop
05.11.2000: Jupiter und Saturn

Komet C/2006 M4 Swan
Komet Swan im 50cm RC [Bild 281kB] Der Komet wurde nur einmal am 14.10. 2006 gegen 19:30 Uhr MESZ in Harpoint mit dem 50cm-RC beobachtet. Visuell (50cm-RC und Feldstecher 11x80 sowie 15x45 IS) nur asymetrische Koma ohne Schweif sichtbar. Aufgenommen mit Canon EOS5D. Fünf Einzelbelichtungen mit je 90 Sekunden Belichtungszeit bei 800ASA. Keine Flatfield- und Dunkelbildkorrektur. Bei Addition von 5 Einzelbildern wird ein schwacher Gasschweif sichtbar. Für nähere Untersuchungen der Kernregion nicht lohnenswert. Einige Tage zuvor und auch danach war der Schweif deutlicher sichtbar. Leider konnten Komet Swan im Teleobjektiv (Sofienalpe) [Bild 277kB]wir unsere Sternwarte nur an einem Wochenende nutzen.

Weitere visuelle Beobachtungen erfolgten in Wien auf der Sofienalpe und in Niederösterreich (Stollberg nähe Klammhöhe). Auf der Sofienalpe entstand zusammen mit Herrn Michael Grünanger aus Wien eine Aufnahme mit Eos5D+Teleobjektiv, Beobachtung des Kometen in Stollberg Nähe Klammhöhe [Bild 1630kB]montiert auf seiner alten C8-Gabelmontierung. Die beiden Gabelarme der Montierung wurden von Herrn Grünanger mit einem Brett verbunden, und können so beliebige kleine Instrumente oder Kameras tragen. Genaue Aufnahmedaten siehe hier. adaptierte C8-Gabelmontierung: Sucher, Anschlagschiene und StativschraubeMan vergleiche dazu den Beobachtungsbericht der WAA zur gleichen Zeit am gleichen Standort.

Neben der Strasse nach Stollberg wurde der Nachthimmel mit der Eos5D+Weitwinkelobjektiv abgelichtet. Eine kleine Aufgabe für unsere Leser: Sie können den Kometen auf der hier links gezeigten Panoramaaufnahme des Beobachtungsplatzes suchen. Sie entstand am 17.10.2006 gegen 20 Uhr, Aufnahmedaten siehe hier.

13.05.2006: Komet Schwassmann-Wachmann 73P in Erdnähe
Bild 155kB: Schwassmann-Wachmann 73P Fragment B Nur zwei Komponenten des zerfallenden Kometen konnten (wetterbedingt lediglich in einer Nacht) durch Wolkenlücken und starkem Dunst hindurch bei Mondlicht aufgenommen werden. Bei diesen Bedingungen wollten wir unsere hochwertige CCD-Kamera 2 nicht einsetzen und haben deswegen nur eine vergleichsweise unempfindliche DSLR-Kamera verwendet. Die CANON Eos5D hat bei einer gemessenen Temperatur von 8.5°C nur wenig Dunkelstromrauschen und Elektroluminiszenz bei langen Belichtungszeiten. Beide Aufnahmen sind am 50cmRC-Teleskop bei vollen 4m Brennweite je 8x60 Sekunden belichtet. Die Teleskopnachführung folgt sebstverständlich in beiden Achsen dem Kometen. Die scheinbar verwackelten Strichspuren geben nur das miserable Seeing wieder. Die Bilder zeigen nicht das volle Kleinbildformat sondern stellen eine Ausschnittvergrößerung dar. Jeweils 8 Einzelaufnahmen wurden auf den Kometen rückzentriert und addiert. Auf eine Farbwiedergabe wurde der Einfacheit halber verzichtet. Weitere Details sind in der Galerie beschrieben.

Bild 142kB: Schwassmann-Wachmann 73P Fragment C Interpretation: Die in der Helligkeit nur schwach entwickelte Komponente C zeigt zwei breit gefächerte Jets in gegenüber liegenden Richtungen. Zwischen diesen Jets ist die Koma deutlich eingeschnürt. Der Bahngeometrie nach handelt es sich nicht um einen Gegenschweif.

29.03.2006: Totale Sonnenfinsternis in der Türkei
Bild 221 kB: das lange warten der Sofi-Beobachter Bild 158 kB: schmale Sichel der Sonnenscheibe Bild 198 kB: Panorama Beobachtungsplatz in der partiellen Phase Bild 125 kB: Gruppenbild der Sofi-Beobachter Die totale Sonnenfinsternis am 29.03.2006 hat unser Sternwarten-Team auf einem Hügel in der Nähe der Manavgat-Wasserfälle in der Türkei beobachtet. Der Schwerpunkt lag dabei auf der visuellen Beobachtung mit Hilfe mehrerer hochwertiger Feldstecher. Nur nebenbei entstanden auch einige Aufnahmen der Sonnenkorona sowie ein Video zur Dokumentation des Helligkeitsverlaufes. Der Beobachtungsstandort ermöglichte eine freie Rundumsicht in die Landschaft. Nur wenige andere Sofi-Fans (u.a. aus Deutschland, Holland, USA und Israel) haben diesen Standort genutzt, siehe Gruppenbild. Die Bilder zeigen auch den Grundstücksbesitzer, einen türkischen Bauern und seinen Sohn die begeistert durch die aufgestellten Instrumente schauten. Der Himmel war fast wolkenlos, die wenigen Zirruswolken hielten sich zum Glück von der Sonne fern. Fliegende Schatten sind nicht aufgetreten. Probleme traten erst nach der Sonnenfinsternis auf, als wir bei der Abfahrt mit unserem alten Campingbus (VW-T3) in zu weichem Untergrund bis zu den Achsen versunken sind. Mit tatkräftiger Mithilfe der anderen Sofi-Beobachter und eines Wagenhebers konnten wir uns befreien und unsere 3-wöchige Rundreise in der Westtürkei und Nordgriechenland fortsetzen.

Aufnahmetechnik:
Für die Aufnahmen der Sonnenkorona kam eine EOS-5D Digitalkamera (Spiegelvorauslösung, Fernsteuerkabel) mit Teleobjektiv Sigma 600mm f8 zum Einsatz, eine Art Cassegrain mit fix eingebautem Telekonverter (Zerstreuungslinse) zur Ausleuchtung des vollen Kleinbildformates. Leider war uns die Befestigung des alten M42-Objektivs am EOS-Bajonett der Kamera nur über 2 Adapter möglich, was zu einer leichten Verkippung führte. Nachgeführt wurde mit einer Vixen Super-Polaris Montierung auf selbstgebauten Holzstativ. Etwa 1.5 Minuten nach Beginn der Totalität konnte eine kleine Belichtungsreihe angefertigt werden. Weitere Details sind in der Galerie beschrieben.
wmv-Video 20MB: Verlauf des Helligkeitsgradienten

Das Video wurde mit einem HI8-Camcorder aufgenommen. Die Blende ist vor Beginn der Totalität auf 2 Lichtwerte Überbelichtung fixiert worden. Auf diese Weise war es möglich, den Verlauf der Himmelshelligkeit in Echtzeit zu dokumentieren. Die Aufnahme zeigt den Horizont in Richtung Süden. Am Ende der Totalität erfolgt ein Schwenk in Richtung Nordosten um den über das Taurusgebirge abziehenden Mondschatten besser zeigen zu können. Weitere Details sind in der Galerie beschrieben.

Bildverarbeitung:
Die Bildverarbeitung der Koronaaufnahmen im cr2-Rohformat erfolgte mit IRIS. Ein Problem war dabei die Rückzentrierung der einzelnen Aufnahmen der Belichtungsreihe. Da die Belichtungsreihe leider nur in ganzen Blendenstufen vorlag, war eine Rückzentrierung auf Strukturen der Korona wegen des großen Helligkeitsgradienten nicht möglich. Es musste der Mondrand zur Rückzentrierung herangezogen werden, wobei die Eigenbewegung des Mondes zwischen den Einzelaufnahmen berechnet und zum Verschiebungsvektor addiert wurde. Im fertigen Bild ist der Mondrand deswegen unscharf, die Strukturen der Korona hingegen scharf abgebildet. Selbst solche eigentlich einfachen Operationen sind mit den gängigen Bildverarbeitungsprogrammen wie z.B. Astroart oder Maxim-dl nach wie vor nicht möglich und man muss auf das komandozeilenorientierte IRIS zurückgreifen.

Auf das fertige Bild wurde noch ein Rotationsgradientenfilter (Larsen-Sekanina-Filter) angewendet um auch die Ausläufer der Korona sichtbar zu machen. Der Drehpunkt des Filters war die Sonnenmitte.

Interpretation:
Wie Eisenfeilspäne auf einem Blatt Papier über einem Dauermagneten gehalten, so sehen die großräumigen Strukturen der Sonnenkorona auf den ersten Blick aus. Dieser Eindruck entsteht wegen des Aktivitätsminimums der Sonne. Die magnetischen Pole der Sonne sind unverkennbar. Erst auf den zweiten Blick bemerkt man die starken Inhomogenitäten des Feldes. In unmittelbarer Nähe der Sonnenscheibe bilden starke lokale Magnetfelder kleinere Bögen aus, welche um die Aktivitätszentren (Protuberanzen) angeordnet sind. Dazwischen kommt es zu scheinbaren "Verwirbelungen" und der Bildung von "Strahlen" die weit über den Rand der Sonne hinausragen. Bild 364kB: Sonnenkorona mit Rotationsgradientenfilter dargestellt Bild 161kB: Sonnenkorona Schwarzweiss-Aufnahme kontrastverstärkt Bild 209 kB: Sonnenkorona Farbaufnahme

05.02.2005 und 10.07.2005: Supernovas in M51 und ngc3690
Bild 264 kB: ngc3690 mit Supernova (Pfeil)Bild 264 kB: ngc3690 mit Supernova animiertes Bild 52 kB: Supernova in m51 (blinkend) Bild 292 kB: m51 mit Supernova Die Typ-II Supernova SN2005cs in M51 wurde am 27.06.2005 vom deutschen Amateurastronom Wolfgang Kloehr entdeckt. Auf unserer Aufnahme vom 10.07.2005 (aufgenommen zwischen 00:54 und 01:34 MESZ) hat sie eine Helligkeit von etwa 14mag. Wir konnten durch Überlagerung unserer alten Aufnahme von M51 aus dem Jahr 2003 ein Bild im animated-gif Format herstellen, in welchem die Supernova als blinkender Lichtpunkt erscheint. Aus Platzgründen zeigt das Bild nur einen Ausschnitt der Galaxie. Die Gesamtansicht von M51 mit der Supernova ersetzt in der Galerie unser altes Bild.

Die am 30.01.2005 von "Nuclear Supernova Search" entdeckte Supernova SN2005u in der merging-Galaxie ngc3690 (Arp299) ist vom Typ-IIb und wurde von uns am 05.02.2005 aufgenommen. Sie hatte eine Helligkeit von etwa 15 mag was ihrer Maximalhelligkeit entsprach. Unsere Aufnahmedaten sind in der Galerie zu finden.

Nähere Angaben auf fremden Seiten dazu: SN 2005 u , SN 2005 cs

17.06.2005: Schulführung mit Sternen-Nacht und Abenteuer-Camp
Auch 2005 waren die Schüler der 4. Schulstufe der Volksschule Vorderfager zum Besuch in Harpoint eingeladen. Diese Schüler hatten im letzten Schuljahr die Bild 60 kB: Schulbesuch 2005Projektarbeit mitgestaltet, durften aber erst heuer die Sternwarte besuchen. Eine eigene, neue Projektarbeit ist den Sparmaßnahmen zum Opfer gefallen, die leider auch in Österreich im Bildungsbereich immer mehr um sich greifen. Ein geführter Besuch der Weltraumhalle im Salzburger "Haus der Natur" am Vormittag musste als Vorbereitung genügen. Wir haben die Schulführung zum Anlass genommen, unseren Planetenweg zu perfektionieren und ein Mini-Planetarium aufzubauen. Leider war auch diesmal der Himmel durch zeitweise durchziehende Wolken beeinträchtigt. Die Anwendung der selbstgebastelten drehbaren Sternkarten konnte aber mit Hilfe des im Freien aufgebauten Planetariums trotzdem schön demonstriert werden. Mit dem großen 50cm RC Teleskop wurden Jupiter, M13, M57, M27, M17, M11, der Mond und der Doppelstern "Albireo" im Sternbild Schwan beobachtet. Erst gegen 2 Uhr Nachts setzte dann die Müdigkeit ein. Übernachtet wurde im "Camp" auf der Veranda des zur Sternwarte gehörenden Wohnhauses. Am nächsten Tag konnte noch die Sonne in der kleinen Sternwarte beobachtet werden. In Ermangelung von Sonnenflecken wurden die Protuberanzen am Rand der Sonne mit dem 10cm Refraktor und Protuberanzenansatz hergezeigt. Jeder Schüler erhielt noch eine ausführlich bebilderte Beschreibung der Sternwarte zur Erinnerung.

04.12.2004 und 08.01.2005: Komet Machholz (C2004 Q2)
Bild 428 kB: Komet Machholz bei den Plejaden Bild 424 kB: Komet Machholz bei den Plejaden Bild 259 kB: Komet Machholz: Jets (Angulargradientenfilter) Bild 94 kB: Komet Machholz: Differenzbild Bild 184 kB: Komet Machholz: Zentrum Trotz der schwachen Aktivität im Kernbereich des Kometen haben wir unsere bewährten Methoden der Bildverarbeitung zur Visualisierung der Jets angewendet. Das Differenzbild macht deutlich wie sich innerhalb einer Zeitspanne von 6 Minuten die Strukturen der Jets im Kernbereich aber auch im Gasschweif des Kometen durch Rotation des Kometen verändern. Durch Subtraktion der Koma mit Hilfe eines Angulargradientenfilters werden die Jets im Kernbereich noch deutlicher sichtbar. Der Angulargradientenfilter hat eine ähnliche Wirkung wie der bekannte Rotationsgradientenfilter (Sekanina-Filter), erzeugt jedoch viel weniger Artefakte an den Kometenstrukturen. Weiters zeigen wir 2 Aufnahmen in denen der Komet in der Nähe der Plejaden zu sehen ist. Diese Aufnahmen wurden mit einem 200mm NIKON Teleobjektiv gemacht. Deutlich ist der große Winkel von über 90° zwischen Gasschweif und Staubschweif erkennbar. Das auf diesen Aufnahmen sichtbare Blooming bei hellen Sternen ist kamerabedingt und wurde mit Absicht nicht retouschiert. Das entspricht eher unseren Vorstellungen von einer minimalistischen, den Bildinhalt möglichst nicht verfälschenden Bildverarbeitung. Alle Aufnahmedaten sind in der Galerie zu finden.

14.12.2004 und 24.02.2003: Beobachtung des Lichtechos V838 Mon
Bild 113 kB: Lichtecho V838 MonDas Lichtecho um V838 im Sternbild Monoceros (Position J2000 RA=07:04:04.85 DE=-03°50'51.1") wurde von uns schon vor 2 Jahren erstmals beobachtet und mit der CCD-Kamera am 24.02.2003 aufgenommen. Eine zweite Aufnahme gelang uns am 14.12.2004 und ermöglicht nun einen Vergleich. Aufnahmedaten zu den Bildern sind in der Galerie zu finden.

Bei diesem Stern entdeckte der australische Amateurastronom Nicolas Brown im Januar 2002 eine deutliche Helligkeitszunahme. Prediscovery-Aufnahmen wurden im Archiv der einfachen Amateur-Internet-Kamera Stardial gefunden. Plötzliche Berühmtheit erlangte der inzwischen als V838 Mon benannte Stern aber einen Monat später, als er in der Nacht vom zweiten auf den dritten Februar 2002 innerhalb weniger Stunden einen steilen Helligkeitsanstieg von ca 11,1mag auf etwa 8,0mag vollführte. In den darauf folgenden Tagen stieg die Helligkeit allmählich bis auf 6,7mag an, und aus V838 Mon war ein leichtes Feldstecherobjekt geworden. Der Ausbruch von V838 Mon war in etwa ähnlich dem einer Nova, einem häufiger vorkommenden Sternenausbruch. Eine typische Nova wird erzeugt, wenn ein normaler Stern in einem engen Doppelsystem den Wasserstoff seiner äußeren Hülle an seinen Begleiter, einen kompakten weißen Zwerg abgibt. Der Wasserstoff strömt spiralförmig zum Partnerstern hinüber, reichert sich allmählich dort an und zündet spontan die CNO-Fusionsreaktion von Wasserstoff zu Helium. Dieser Vorgang sprengt die äußere Sternhülle ab und legt den ausgebrannten Sternenkern des weissen Zwerges frei, der mehrere hunderttausend Grad heiß ist. Der ganze Vorgang kann sich in mehrjährigen Abständen wiederholen (rekurierende Nova). Verschiedene Untersuchungen kamen zu dem Ergebnis, das es sich bei V838 Mon nicht um eine normale Nova handelte, sondern um einen Stern mit Ähnlichkeiten zu FG Sge, aber auch mit einigen Unterschieden. Die Spektren deuten auf einen Abfall der Temperatur, was mit dem Aufblähen des Sterns ohne das Absprengen seiner äußeren Hüllen erklärt werden kann. Der Stern ist so einzigartig, dass er eine Überbrückungsphase in der Sternevolution darstellen könnte, die man nur selten sieht.

Nicht nur für Veränderlichenbeobachter interessant ist ein schnell expandierendes Lichtecho vom markanten Helligkeitsausbruch, welches noch im Februar 2002 entdeckt wurde. Es war zunächst aber nur im UV-Bereich und im Blauen sichtbar, wo der aufallend rote Stern selber nicht so störte. Das Lichtecho wurde auch von überraschten visuellen Beobachtern gemeldet, die von seiner Existenz noch gar keine Ahnung hatten. Ende April 2002 hatte das Lichtecho einen Durchmesser von etwa 35 Bogensekunden erreicht und war damit auch für durchschnittlich gut ausgerüstete Amateure kein großes Problem mehr. Das Licht des Ausbruchs ist im astronomischen Zeitmaßstab betrachtet mit einem Blitzlicht vergleichbar, das an dem um den Stern liegenden Staub gestreut wird. Dieses sich mit Lichtgeschwindigkeit ausbreitende Lichtecho beleuchtet so die weiter aussen liegenden alten Staubhüllen, die der Stern offenbar bei seinen früheren Aktivitäten verloren hat.

Quellen:
BAV
IAU-Cirkular zur Entdeckung
Astrophysics abstract J.P. Osiwala et al
Astrophysics abstract N.Soaker and R.Tylenda
viele weitere Artikel sind durch googeln nach "V838" auf Domains mit der Endung ".edu" zu finden

2 Jahre nach unserer ersten Aufnahme ist das Lichtecho im Dezember 2004 ähnlich wie ein planetarischer Nebel nun ringförmig um den Stern V838 zu sehen. Seine Helligkeit hat sich soweit abgeschwächt, dass eine Beobachtung nur mehr mit sehr lichtempfindlichen CCD-Kameras möglich ist. Verglichen mit einer im Oktober 2004 gemachten Aufnahme von Hubble Space Telescope hat sich das Lichtecho auf unserer Aufnahme geringfügig weiter ausgebreitet. Wir hoffen mit unserer leistungsfähigen CCD-Kamera 2 das Lichtecho noch einige Zeit weiterverfolgen zu können.

25.06.2004: Schulführung mit Sternen-Nacht und Abenteuer-Camp
Bild 50 kB: SonnenbeobachtungAls Höhepunkt und Abschluss einer vorbereitenden Projektarbeit waren die Schüler der 4. Schulstufe der Volksschule Vorderfager zum Besuch in Harpoint eingeladen. Im Gegensatz zum üblichen Klassenausflug zu einer Volkssternwarte konnten sie auf dem Gelände unserer Sternwarte auch übernachten und hatten so die Gelegenheit sich intensiv mit dem Thema Astronomie auseinanderzusetzen. Jeder konnte so lange aufbleiben, so lange er wollte. Während die Ersten so gegen ein Uhr früh in ihre Schlafsäcke krochen, waren die Letzen bis zur Morgendämmerung um 3 Uhr dabei. Trotz widriger Wetterumstände (es zogen immer wieder Wolkenfelder durch) wurden umfangreiche Beobachtungen durchgeführt. Bild 50 kB: VenusbeobachtungSonnenflecken, Protuberanzen und die schmale Venussichel konnten am Tag beobachtet werden. In der Nacht waren dann Jupiter mit seinen Monden, der Erdmond im ersten Viertel, Komet C/2003 K4 LINEAR im Sternbild Herkules, der Kugelsternhaufen M13, der offene Sternhaufen M11, die planetarischen Nebel M57und M27, der zweifarbige Doppelstern "Albireo" im Sternbild Schwan, die diffusen Gasnebel M16, M17, M20, NGC6992, NGC6995, NGC6960, unsere Nachbargalaxie M31 mit Begleiter, sowie Uranus und Neptun im 50cm-Teleskop zu sehen. Gerade die Planeten waren für die Schüler ja von besonderem Interesse, sie hatten sich ja vor dem Besuch intensiv mit dem Planetensystem auseinandergesetzt und jeder wollte jetzt wenn möglich "seinen" Planeten auch sehen. Neben derBild 50 kB: Planetenweg wird abgesteckt Beobachtung mit den Teleskopen gab es auch ein entsprechendes Rahmenprogramm. So erfolgte unter freiem Sternenhimmel eine Einschulung zur Benutzung der selbstgebastelten drehbaren Sternkarten und auch ein eigener Planetenweg im Maßstab 1:7000000000 wurde am Gelände der Sternwarte ausgesteckt. Als Sonne diente ein Luftballon mit 20cm Durchmesser. Die erste Version war ein roter Luftballon der jedoch zu stark aufgeblasen wurde. So endete dieser "rote Riese" mit einer laut knallenden Supernova. Die zweite Version der Sonne (bezeichnenderweise in Gelb) hatte dann die richtige Größe und Lebensdauer. Die Planeten hatten ja nur Durchmesser etwa zwischen Stecknadelkopf und Glasmurmel. Zweckmäßigerweise wurden sie auf laminierten Karten im Formal A4 aufgemalt. So konnten auch die meisten Monde mit ihren Bahnen in der richtigen Größe gezeichnet werden. Bis zum Saturn sind die Planeten auf dem freien Sternwartengelände mit den richtigen Abständen aufzustellen. Ein kurzer Regenschauer verhinderte dann die maßstäbliche Platzierung von Uranus und Neptun im Wald. Der erst wenige Wochen zuvor in der Schule beobachtete Venusdurchgang war mit Hilfe des Planetenweges leicht zu veranschaulichen. Die Verpflegung der Besucher war kein Problem, da auf unserem großen Tisch bis zu 20 Personen platznehmen können. Die gelungene Veranstaltung endete am nächsten Tag mit einem abermaligen Blick auf die jetzt besser sichtbare Venus.

08.06.2004: Venustransit visuell beobachtet in Wien
Bild 50 kB: Venusdurchgang wird in der Mittagspause beobachtetDer Bild 22kB: Venus tritt vor die Sonnenscheibe, Digitalkamera freihändig ans Okular gehaltenVenusdurchgang am 08. Juni 2004 konnte aus terminlichen Gründen nicht in Harpoint beobachtet werden. Die Beobachtung fand daher am Wien-Energie Kundendienstzentrum im neunten Bezirk in Wien statt und war angesichts der zahlreichen Besucher ein großer Erfolg. Zur Anwendung kam der Celestron Comet-Catcher (14cm Schmidt-Newton) mit Baader-Solarfolie. Der Tropfen-Effekt und der Lomonossov-Ring war trotz guter Sichtbedingungen beim Eintritt der Venus vor der Sonnenscheibe am Morgen definitiv nicht zu sehen.

20.05.2004: Komet Neat (C2001 Q4)
Bild 143 kB: Komet Neat (C2001 Q4)Der Komet konnte wetterbedingt erst zu einem Zeitpunkt beobachtet werden, als er schon merklich an Helligkeit verloren hatte. Trotzdem war neben einem diffusen Staubschweif mit der im Feldstecher sichtbaren Länge von ca. 2.5°, auch ein markanter bläulicher Gasschweif vorhanden. Dieser Gasschweif war allerdings nur mit der CCD-Kamera auszumachen und er hatte eine eigenartige Krümmung. Derartige Phänomene deuten immer auf rasche Veränderungen in der Aktivität am Kopf des Kometen hin. Leider hatten sich sie Sichtbedingungen wieder so verschlechtert, dass statt des geplanten Zeitrafferfilmes nur eine eine einzelne Momentaufnahme möglich war. Eine Untersuchung des Kometenkopfes mit Hilfe des Freeware-Programms IRIS zeigt einen Schnappschuss der dynamischen Strukturen im Inneren der Koma. Weitere Bearbeitungen unserer Aufnahme in der Galerie.

11.01.2003: zum Teil noch unbekannte Kleinplaneten mit Blinkkomperator gefunden
In einigen Bildern (aufgenommen 02.12.2002) wurden Kleinplaneten mit Hilfe eines Blinkkomperators sichtbar. Zur Anwendung des Blinkkomperators verwenden wir zwei, mit zeitlichem Abstand gewonnene Aufnahmen. Die Überprüfung mit dem MP-Checker ergab, daß zum Zeitpunkt der Untersuchung am 11.01.2003 etliche „Blinker“ in unseren Bildern beim MPC noch nicht registriert sind. Da unsererseits jedoch kein Interesse besteht, als Entdecker von Kleinplaneten irgendwo vermerkt zu werden, überlassen wir dieses Datenmaterial gerne den ehrgeizigeren Kollegen. Die nachfolgende Tabelle gibt Aufschluss über die „Fundstücke“, die darin angeführten Helligkeiten laut MPC haben aber offensichtlich nur eine Genauigkeit von +/- 1mag.

316kB
NGC876
MPC Bezeichnung X/Y-Position im Bild Helligkeit laut MPC
52085 190/1096 17,9
10659 695/102 19,5
26918 856/202 19,1
noch unbekannt 884/548 ~ 19,5

302kB
NGC2623
MPC Bezeichnung X/Y-Position im Bild Helligkeit laut MPC
2001QC154 87/990 20,2
2001TY236 448/1235 20,8
noch unbekannt 1279/1020 ~ 20
noch unbekannt 1306/587 ~ 21
noch unbekannt 1303/101 ~ 20

317kB
NGC2749
MPC Bezeichnung X/Y-Position im Bild Helligkeit laut MPC
Stroncone 56/1184 18,5
noch unbekannt 1028/254 ~ 19,5
noch unbekannt 650/289 ~ 21
noch unbekannt 268/503 ~ 21

321kB
Abell397
MPC Bezeichnung X/Y-Position im Bild Helligkeit laut MPC
Skepticus 314/901 16,3
2001QQ35 1098/688 20,7
noch unbekannt 1067/849 ~ 21

Die schwächeren Exemplare sind in den hier veröffentlichten JPEG-komprimierten Bildern allerdings kaum erkennbar. Sie verraten sich nur durch ihre Bewegung. Zur astrometrischen Auswertung können wir die Orginalaufnahmen auf Wunsch als fits-files zur Verfügung stellen.


05.09.2002: 6 Kleinplaneten "auf einen Streich"
Wenn wir einmal zufällig eine Aufnahme in Ekliptiknähe machen, dann kann so etwas schon mal passieren. Da sind dann eben auch einige Kleinplaneten mit im Bild. Der Hellste unter ihnen (laut MPC mag. 17,6) fällt ja sofort auf. Mit der richtigen Ausrüstung (50cm RC + CCD-Kamera2) sind aber viel schwächere auch kein Problem. Weil die Duchsicht in dieser Nacht sehr schlecht war (mit freiem Auge im Zenit mag.4 und keine Milchstrasse zu sehen), mussten wir den tiefstehenden M74 in Summe eine Stunde lange belichten um genügend Photonen von dort zu erhalten. Die lange Gesamtbelichtungszeit hatte zur Folge, dass alle zufällig im Bildfeld befindlichen Kleinplaneten eine deutlich merkbare Strichspur gezogen haben. Die unterschiedlichen Längen und Richtungen der Strichspuren sind durch die Oppositionsschleifen dieser Kleinplaneten erklärbar. Durch Vergleiche mit Teilsummen der Aufnahmesequenz konnten wir Cosmic-events und Bildartefakte mit Sicherheit ausschließen. 2 Kleinplaneten konnten unmittelbar mit GUIDE identifiziert werden. 4 weitere Kleinplaneten haben ihre Identität mit Hilfe des "Minor Planet Checkers" vom MPC preisgegeben. Dabei stellte sich heraus, dass drei davon erst ca. zwei Monate nach Entstehung unserer Aufnahme überhaupt entdeckt worden sind. Diese 3 Kleinplaneten sind in der nachfolgenden Tabelle mit einem * gekennzeichnet. Das Datum der Entdeckung verrät auch etwas über die Gewohnheiten der Kleinplanetenentdecker. Sie suchen ihre Kandidaten offensichtlich in der Oppositionsstellung. Für einige dieser Kleinplaneten werden laut MPC noch astrometrische Messungen zur Verbesserung der Bahn gesucht, was mit Hilfe unserer Aufnahme möglich wäre (Interessenten bitte melden).

357kB
M74
MPC Bezeichnung X/Y-Position im Bild Helligkeit laut MPC
2002 TR88 * 477/350 18,9
2001 FR158 1217/140 18,8
2002 TX271 * 1017/449 19,6
1994 YX3 504/976 20,8
1998 UC4 1080/950 17,3
2002 TQ76 * 1182/987 19,9


GifAnim 7kB Der Kleinplanet 2002TX271 zeigte eine innerhalb des Zeitraumes von einer halben Stunde eine Helligkeitszuhnahme von 0,3mag +/- 0,03mag infolge einer schnellen Rotation. Im nebenstehenden animierten Bild ist sowohl die Bewegung als auch die Helligkeitsänderung des laut MPC 19,6mag hellen Kleinplaneten sichtbar.

18.08.2002: Kleinplanet NY40 mit hoher Geschwindigkeit nachgeführt
NY40 DivX-Video 10.2MB Nach einer langenSchlechtwetterperiode wurde NY40, ein "Speedy Gonzales" unter den NEO's bei seinem schnellen Vorbeiflug an der Erde im 50cm Teleskop erfolgreich verfolgt. Zur Positionierung wurden die aktuellen Bahnelemente des MPC verwendet. Die Position für eine konkrete Uhrzeit konnte dann mit Guide ermittelt werden, ebenso die Relativgeschwindigkeit gegenüber dem Sternenhintergrund (ca. 11 Bogensekunden pro Zeitsekunde) sowie der Positionswinkel des Geschwindigkeitsvektors. Diese Daten wurden dann in der Stoll'schen Teleskopsteuerung eingegeben. Da Guide die Ephemeride nur geozentrisch rechnet, war die tatsächliche Position von NY40 ca. 5 Bogenminuten südlich zur berechneten Position.
Die eindrucksvolle visuelle Beobachtung konnte danach mit der CCD-Kamera 2 auch in einem kleinen Video dokumentiert werden: Der NEO "steht" zunächst in Bildmitte und im Hintergrund sausen die Sterne vorbei. Noch während der Beobachtung beschleunigt NY40 weiter und verlässt seine Position in der Bildmitte. Die Aufnahmeserie, aus der das Video gerechnet wurde, besteht aus 500 Aufnahmen zu je 1s Belichtungszeit und lief von 23:02 bis 23:36 MEZ.



30.03.2002: Komet Ikeya-Zhang - extrem schnelle Helligkeitsveränderung beobachtet!
Ikeya-Zhang Rotationsgradient Durch die langanhaltende Schönwetterperiode zum Osterwochenende hin gelangen uns wBild 285KB: Ikeya-Zhangieder ausgedehnte Beobachtungen am 50cm_Teleskop . Der Komet hatte in der Zwischenzeit wieder an Helligkeit zugelegt, mit seinen 4mag konnte man bereits visuell einen Schweifansatz erkennen! Wir nutzten gleichzeitig auch die Rolldachsternwarte für Aufnahmen auf konventionellem Film mit 300mm Teleobjektiv und um erstmals mit einer Nikon Coolpix995 Digitalkamera Kometenphotos zu gewinnen. Allerdings hatten wir wegen der Horizontüberhöhung im Nord-Westen nur ein Zeitfenster von 15min in der nautischen Dämmerung, um alle Aufnahmen mit dem 50cm Teleskop zu gewinnen. Wir begannen mit 30 Aufnahmen zu je 1,5s Belichtungszeit, damit die Kernregion des Kometen nicht überbelichtet wurde, gefolgt von 20 Aufnahmen zu je 10s. Das linke Bild oben wurde aus den langbelichteten Aufnahmen gewonnen (insges. 60s belichtet) und wurde extrem kontrastverstärkt, um noch die schwachen Gasstrahlen sichtbar zu machen, die vom mittlerweile heller gewordenen Staubschweif überdeckt wurden. Das rechte Bild wurde aus den kurzbelichteten Aufnahmen zusammengesetzt (insges. 45s Belichtungszeit) und mit dem Rotationsgradienten-Filter nachbearbeitet. Erst jetzt sind in der Kernregion deutlich komplexe Jetstrukturen erkennbar, die auf mehrere Aktivitätszentren auf der Kometenoberfläche schließen lassen. Angesichts dieser starken Aktivität führten wir eine genauere Untersuchung der Aufnahmen durch:


Schnelle Helligkeitsveränderungen im Kern:
Bild 60KB Wir bildeten je ein Summenbild aus den ersten und den letzten 8 Aufnahmen (Belichtungszeit somit 12s) um einen möglichst großen Zeitabstand zu gewinnen. Auf dem nebenstehenden Bild ist das erste Summenbild im logarithmischen Maßstab dargestellt und gibt den visuellen Eindruck durch das Teleskop wieder (linkes Bild von den drei). Dieses Bild wurde mit dem Rotationsgradient kontrastverstärkt und zeigt deutlich die Jets im Kernbereich (mittleres Bild).
Nun subtrahierten wir die beiden Summenbilder um geringste Helligkeitsveränderungen im Kernbereich sichtbar zu machen. Zuvor aber mußten wir mittels Photometrie eines Feldsternes die Helligkeitspegel der beiden Aufnahmen anpassen, um jedwede atmosphärische Durchsichtsschwankung auszugleichen, was uns mit einer Genauigkeit von 0.07 % gelang.
Die Differenz aus dem ersten Teilbild, aufgenommen um 20:02:39 MEZ, minus dem um 158 Sekunden später aufgenommenen zweiten Teilbild ist im nebenstehenden Bild ganz rechts dargestellt und zeigt die Veränderungen im Kernbereich des Kometen. Die stärkste Änderung fällt genau mit dem Kometenkern zusammen und macht einen Helligkeitsabfall von 12% aus, im Abstand von 6 Bogensekunden vom Kern beträgt die Abnahme 3,8% und 11 Bogensekunden entfernt noch 2,6%! Insgesamt deckt sich die räumliche Verteilung der Helligkeitsabnahme gut mit dem hellsten Jet, der im Rotationsgradienten-Bild sichtbar ist und sich bis ca. 13 Bogensekunden vom Kern weg erstreckt. Dies bedeutet eine sichtbare Helligkeitsabnahme über eine Strecke von 5800km innerhalb von nur 158 Sekunden! Weiters ist eine großflächige diffuse Struktur zu sehen, die sich bis in eine Entfernung von ca. 40 Bogensekunden vom Kern erstreckt, das entspricht am Ort des Kometen 18000km. Da sich diese Helligkeitsveränderungen in Richtung zur Sonne erstrecken, bedeutet das eine Mindestauströmgeschwindigkeit der Gase bzw. des Staubes von ca. 110km/s entgegen den Sonnenwind!



10.03.2002: Komet Ikeya-Zhang im 50cm-RC
Bild 232kB: Ikeya-Zhang Kern Bild 149kB: Ikeya-Zhang Rotationsgradient Bild 195kB: Ikeya-Zhang Mosaik Als "Sonntagsastronomen" nutzen wir (Andreas und ich) zur Zeit unser Instrumentarium in der Sternwarte Harpoint berufsbedingt nur an Wochenenden. So ergab sich erst am 10. März die Gelegenheit, den inzwischen schon ziemlich hell (mag5) gewordenen Kometen mit dem 50cm_Teleskop bei 4m Brennweite zu beobachten. Bereits bei Sonnenuntergang montierten wir die CCD-Kamera_2 und parametrierten die Teleskopsteuerung auf die Kometenbahndaten. Die Dämmerung hatte eben erst begonnen (18:15), da positionierten wir schon das Teleskop auf die Sollposition des Kometen tief im Westen, wir konnten es eben nicht erwarten. Visuell hätte man möglicherweise mit dem Teleskop schon etwas sehen können, wir hatten aber die Kamera im Fokus und für dieses lichtempfindliche Gerät war der Himmel noch zu hell. Selbst bei der kürzestmöglichen Belichtungszeit was der CCD völlig überbelichtet.
Doch plötzlich so gegen 18:30 Uhr war da fast exakt in der Mitte des CCD-Feldes am Bildschirm des Rechners ein helles Pünktchen aufgetaucht. Mit zunehmender Dämmerung erschien nach und nach auch die umgebende Koma und dann auch der Schweif, und was für ein Schweif . Knapp nach 19 Uhr konnten wir die Belichtungszeit ohne Überbelichtung zunächst auf 2 Sekunden ausdehnen und schon auf den Rohbildern zahlreiche feine Gasstrahlen im Schweif des Kometen bewundern. Um 19:16 Uhr stand der Komet nur mehr ca. 15,4° über dem Horizont. Wir verlängerten die Belichtungszeit auf 12 Sekunden. Damit war der Kometenkopf in der Mitte zwar überbelichtet, es trat jedoch noch kein Blooming auf, ein Kompromiss der wegen der kurzen Zeitspanne bis zum Untergang des Kometen gewählt wurde. Andererseits konnte so die ganze Pracht des Kometenschweifs und die „struppige Frisur“ des Kometenkopfes schon in den einzelnen Rohbildern gesichtet werden. Um 19:30 Uhr (Komet 13° über dem Horizont) veränderten wir die Teleskopposition um die Verlängerung des Kometenschweifes aufzunehmen. Die Belichtungszeit wurde auf 30 Sekunden hinaufgesetzt. Wir haben die Bilder aus den beiden letzten Aufnahmeserien zu einem Mosaik zusammengefügt.Die Bildverarbeitung erfolgte mit dem Freeware-Programm IRIS



13.03.2002: Komet Ikeya-Zhang, visuell beobachtet in Wien auf der Sofienalpe
Michael G. und Andreas K. Der prächtige Sonnenuntergang über der Stadt versprach gute Sicht zum Westhorizont. Also wurde am Abend schnell der Comet Catcher eingepackt (14cm Schmidt-Newton-Teleskop) , der Feldstecher umgehängt und zusammen mit Michael Grünanger und dem Andreas geht es ab auf die Sofienalpe. Da waren wir freilich nicht die einzigen. Viele Wiener Kollegen hatten ihre langen Rohre schon auf den Kometen gerichtet. Die abendliche Stille wurde nur ab und zu von diesen neuartigen Teleskopen unterbrochen, die beim Positionieren auf einen anderen Stern waschmaschinenartige Geräusche von sich geben. Der 12-Zöller Neben dem imposanten 12-Zöller vom Alex Pikhard (WAA) sah mein alter Comet Catcher schon recht bescheiden aus. Da hab ich mich gar nicht getraut damit ein Bild zu machen und lieber unser Ofenrohr-Happening später blitzend festgehalten, hoffentlich hat mir das niemand übelgenommen.

Der Komet selbst war in den letzten 3 Tagen wieder etwas heller geworden und hat besonders auch im zitterfreien Feldstecher (CANON IS15x45) einen schönen Anblick geboten.


26.08.2001: "FIRST LIGHT" im 50cm-RC am Tag

Da unsere Teleskopsteuerung ja nach dem Einschalten keine Kalibriersterne anfahren muss, sondern mit Hilfe der Funkuhrzeit, der geographischen Position unserer Station und der präzisionslibellenjustierten Zenitruhestellung des Teleskops sofort jedes Himmelsobjekt exakt positioniert, kann man auch tagsüber bequem Planeten und helle Sterne beobachten.

  • Bei klarem blauen Himmel war MERKUR recht schön zu sehen
  • JUPITER ist am Tag noch durchaus sehenswert
  • SATURN war nur mit dem Polarisationsfilter gerade eben sichtbar, lohnt nicht
  • Epsilon-Lyra 1 (mag5+mag6) konnte klar getrennt werden.

    In einigem Abstand zur Sonne sind (eventuell mit Hilfe eines Polarisationsfilters) Sterne bis Magnitude 6 deutlich sichtbar. Somit können wir alle nachts freiäugig sichbaren Sterne zu anderen Zeiten auch tagsüber sehen


  • 11.08.2001 und 14.08.2001: Perseiden
    Bild 259kB: Differenzbild Bild 190kB: Heller Meteor Bild 18kB: CCD-Kamera auf Stativ
  • Mit der CCD-Kamera 2 und Fisheye-Objektiven aufgenommen

    Die Belichtungszeit wurde so gewählt, dass die hellsten Sterne gerade noch kein Blooming zeigten. Wegen der extrem kurzen Auslesezeit der Kamera gab es kaum Ereignisse, die nicht registriert worden sind. Die hellsten Sternschnuppen waren sofort sichtbar. Die weniger hellen findet man, wenn man jedes Bild von seinem Vorgänger subtrahiert. Durch Verfolgung in den Differenzbildern lassen sich die Sternschnuppen von den Satellitenspuren unterscheiden. Wir haben mit 2 Fisheye-Objektiven experimentiert:

  • 16mm 1:2.8
  • 8mm 1:2.8

    Eine detaillierte Sichtung und Auswertung der Aufnahmen steht noch aus. Insgesammt waren die Fallraten der Perseiden 2001 nicht gerade berauschend.


  • 27.07.2001: M33 in Einzelsterne aufgelöst
    Bild 582kB: M33 Bild 31kB: M33 Detail im Vergleich Auf unserer nur 12 Minuten lang belichteten Aufnahme von M33 sind auch die schwachen Außenbereiche abgebildet, welche die zahlreichen roten H-II Regionen mit dem Zentrum der Galaxie verbinden. Die dadurch scheinbar "größer" gewordene Galaxie passt gar nicht mehr ins Bildfeld. Dabei fällt eine "flockige" Struktur auf, die man fälschlicherweise für ein Artefakt der Bildverarbeitung halten könnte. Wir haben jedoch keine dieser gefährlichen, bei unsachgemäßer Anwendung Artefakte produzierenden Filtermethoden (Lucy-Richardson, Maximum Entropy, übertrieben starke Unschärfemaskierung, etc. ) angewendet. Weiters ist dieser Effekt auch auf den Rohbildern sichtbar. Ein Vergleich mit der CCD-Aufnahme des 4m Mayall-Teleskops am Kitt-Peak Observatorium (Arizona) zeigt die Existenz vieler heller blauer Sterne, aufgelöst vor einem eher diffusen Hintergrund der älteren Sternpopulation, vor allem in den äußeren Spiralarmen von M33. Viele dieser auf der Kitt-Peak-Aufnahme bei gleichem Maßstab freilich nadelscharfen Sterne, sind bei unserer Aufnahme zwar wegen der logarithmischen Darstellung stark aufgebläht aber dennoch sichtbar.

    Welcher Amateur hätte sich vor 15 Jahren vorstellen können, daß er einmal in der Lage wäre, M33 teilweise in Einzelsterne aufzulösen.


    01.04.2001: "FIRST LIGHT" mit der CCD-Kamera 2 am 50cm RC-Teleskop
    Bild 148kB: Die Kamera mit den ersten Rohbildern

    Die CCD-Kamera 2 wurde mit einem provisorisch schnell in unserer Werkstatt gedrehten System64-Kameraanschlußstutzen am Lichtenknecker-Okularauszug des Teleskops befestigt. Um einen ersten Eindruck zu gewinnen haben wir schnell einige Messier-Objekte auf's Korn genommen:

    Bild 591kB m57 Bild 565kB m27 Bild 711kB m13 Bild 415kB m66 Bild 545kB m104

    Bereits die nur wenige Sekunden lang belichteten Rohbilder zeigten am Bildschirm eine beeindruckende Fülle von Details. Sie waren deutlich besser als die fertig bearbeiteten Aufnahmen vom C14 mit der CCD-Kamera 1 .


    Mondfinsternis vom 09.01.2001
    Bild 47kB
  • visuell beobachtet von Christian K. Hier sein Bericht:

    Es war das erste spektakuläre Himmelsereignis, das in unserem neuen 50cm RC Teleskop beobachtet werden konnte. Die Nachführung schaltete sich beim Anfahren des Mondes auf Mondgeschwindigkeit um. Im Okular wurde der Rand des verfinsterten Mondes dort eingestellt, wo die Sterne tangential vorbeiziehen. Die Gebirge am Mondrand hatten einen bläulichen Schimmer, der weiter innen unmerklich in die schöne rote Farbe überging. Der Anblick zahlreicher Sternbedeckungen (darunter auch Streifende) war ein wahrer Genuß.

    Rudolf Pressberger. der mit seinem 1m RC in der Purgathofer–Sternwarte zufällig dieselbe Beobachtung machte, sagte später: "Man hatte das Gefühl auf einem fremden Planeten zu stehen und auf den klaren nächtlichen Horizont zu schauen".


  • "FIRST LIGHT" am 50cm RC Teleskop

    Nach 4 Jahren Bauzeit ist es in der Nacht vom 23. auf den 24. Dezember 2000 nun endlich soweit: First Light . Tagsüber hatten wir gerade rechtzeitig noch die Optik mit unserem Zentrierwerkzeug justieren können. Jetzt haben wir eine herrlich sternklare Nacht. Die erste seit Wochen.

    Rechnergesteuert fahren wir den ersten hellen Stern in Zenitnähe an. Der erste Blick durchs Okular: Der Stern ist knapp neben dem Gesichtsfeld. Ach ja, die Nordung ist noch ausständig und die Aufstellungsfehlerkorrektur ist noch deaktiviert. Wir holen den Stern in die Mitte und teilen das dem Rechner mit. Ein zweiter Blick: Ja die Zentrierung der Optik paßt. Leider läßt das schlechte seeing eine endgültige Beurteilung der Optik heute nicht zu.

    Wir geben M42 am Rechner ein. Fast lautlos bewegt sich das Teleskop. Die Trapezsterne funkeln durchs Okular. Mit dem Handset fahren wir den Nebel ab und sind sprachlos. Schwache Teile des Orionnebels, die wir nur von Photos kannten, stehen einfach da, einfach so, ganz selbstverständlich. Prosit Tja 50cm sind eben 50cm. Jetzt hat uns das deep sky Fieber gepackt. Rasch sind M1, M78, M95, M104 und M51 eingestellt: einfach phantastisch, dieser erste Blick. Nur schade, daß Jupiter und Saturn schon zu tief stehen.

    Es ist 4 Uhr früh. Durchgefroren begeben wir uns wieder in die gut geheizte kleine Astronomenwohnung und öffnen die vorbereitete Flasche Krimsekt (russischer Spiegel, russischer Sekt), Prost.


    05.11.2000: Jupiter und Saturn
  • im C14 mit konventioneller Digitalkamera CANON Powershot S20 aufgenommen Bild 44kB Bild 36 kB Die beiden hochstehenden Planeten waren im Herbst öfter bei gutem Seeing anzutreffen. Die kleine Digitalkamera wurde auf kleinste Auflösung, 8–fach Zoom und Spotmessung umgeschaltet und mit einem Stativadapter hinter das 26mm Plössl Okular geklemmt. Der nicht abschaltbare Autofokus der Kamera hatte keine Schwierigkeiten. Störend bleibt das starke Rauschen der ungekühlten Kamera, das nur durch die Komposittechnik vermindert werden kann. Aus ca. 400 Jupiter– und 700 Saturnaufnahmen konnten die 24 bzw. 32 Schärfsten zu je einem Kompositbild verarbeitet werden. Die Bildverarbeitung erfolgte mit dem Freeware-Programm IRIS


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